Washington – Donald Trump (80) will zum Finale seines Wahlkampfs vor den US-Kongresswahlen („Midterms“) am Dienstag noch einmal große Bilder liefern! Dafür hat sich der US-Präsident eine der berühmtesten Kulissen Amerikas ausgesucht: den Reflecting Pool zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument. Vor dem monumentalen Hintergrund dürfte Trump versuchen, sich als entschlossener Anführer zu inszenieren und die Wähler ein letztes Mal zu mobilisieren.
Trump hat in den vergangenen Wochen noch einmal alles gegeben: 26 Wahlkampfauftritte in 23 Tagen, quer durch die USA – von Mississippi bis Alaska. Dabei trat er als Oberkommandierender auf, warb für seine Republikaner und attackierte die Demokraten. Der Wahlkampfmarathon hinterließ offenbar Spuren. Bei seinem letzten Auftritt in Kansas sagte Trump: „Ich mache den Laden hier dicht, ich brauche ein wenig Schlaf.“ Tage zuvor hatte er sich in Florida mit einem nassen Tuch die Augen abgetupft. Er gab zu, damit wach bleiben zu wollen.
Trump-Tour quer durch die USA
Es war ein typischer Trump-Wahlkampf: viel Eigenlob, scharfe Angriffe auf politische Gegner und immer wieder skurrile Momente. Doch diesmal lag auch Abschiedsstimmung in der Luft. Denn bei der nächsten Präsidentschaftswahl darf Trump nicht erneut antreten. Für viele seiner MAGA-Anhänger wirkte die Tour deshalb wie eine Abschiedsrunde. Auch Trump selbst schien nach Beobachtungen von BILD zu spüren, dass sich seine Zeit im Weißen Haus dem Ende nähert. Trotzdem machte er große Versprechen: So stellte er allen Amerikanern eine „Amerika-Dividende“ von 5000 Dollar in Aussicht – allerdings nur für den Fall eines Sieges der Republikaner bei den Kongresswahlen.
Umfrage: Vernichtendes Urteil der Deutschen
Was aber denken die Deutschen über Trump und die Republikaner? Vorweg: Das Urteil ist vernichtend! Laut der im Auftrag von BILD erstellten Insa-Umfrage bewerten 76 Prozent die Politik des US-Präsidenten negativ, nur zwölf Prozent positiv. Besonders groß ist die Ablehnung bei Grünen-Wählern (94 Prozent) und Linke-Anhängern (92 Prozent). Selbst unter AfD-Wählern überwiegt die Kritik (55 Prozent), nur 22 Prozent unterstützen Trumps Kurs.
Bei den US-Zwischenwahlen hoffen 56 Prozent der Deutschen auf einen Sieg der Demokraten, lediglich elf Prozent drücken den Republikanern die Daumen. Auch Trumps Versprechen, den Ukraine-Krieg zu beenden, stößt auf Skepsis: 65 Prozent glauben nicht an ein Kriegsende während seiner Amtszeit, nur 20 Prozent halten es für möglich. Dennoch wollen 62 Prozent der Befragten, dass Deutschland und die USA auch künftig enge Partner und Verbündete bleiben – nur 23 Prozent lehnen das ab.