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Berlin – Angriffe auf Polizisten, brennende Autos und Häuser, verwüstete Geschäfte. Die Randale in Frankreich sind ein Szenario, das uns auch in Deutschland drohen könnte. Junge Menschen haben für den 31. Oktober bundesweit unter dem Motto „GenZ regelt“ zu Protesten aufgerufen. Darunter: auch gewaltbereite Extremisten. Die deutsche Polizei fürchtet vor allem die Unberechenbarkeit dieser Aktionen.

„Was mir die Hundertschaften aktuell spiegeln, ist, dass man nicht richtig greifen kann, was passieren wird“, sagt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke (42), im Gespräch mit BILD. Er sagt deutlich: Deutschland muss die Lage ernst nehmen.

„Es ist zu bedrückend, was mir die Kollegen aus Frankreich erzählen. Das sind Straßenschlachten. Die deutsche Geschichte zeigt: Wir haben das auch. Es ist in Deutschland nicht ausgeschlossen, und wir kennen das aus der Vergangenheit. G20 in Hamburg, Leipzig-Connewitz, Rigaer Straße in Berlin“, so Kopelke.

Dezentrale Proteste sorgen für Planungsprobleme

Bilder von Zerstörung und Gewalt gegen Polizisten und Feuerwehrleute kannte man innerhalb von Deutschland zuletzt vor allem aus Berlin. Während früher der 1. Mai als Krawall-Höhepunkt galt, wurden es später Silvester und seit dem 7. Oktober 2023 Israel-Hass-Demos.

„Man brauchte Jahrzehnte und Tausende Polizisten, um den 1. Mai in Deutschland in den Griff zu bekommen. Es ist unattraktiv geworden für die heutige Krawallszene. Silvester waren es erst die Massen, dann Kugelbomben, dann Influencer. Das haben wir mit Massen von Polizeikräften erdrückt“, sagt Kopelke. Doch bei der neu angekündigten Protestwelle sei das anders: In den sozialen Medien kursieren Flyer mit Protest-Ankündigungen für den 31. Oktober. Zunächst waren in neun Städten Demos geplant, es kommen jedoch immer mehr hinzu. Genau hier sieht Kopelke die Gefahr: „Wir könnten im schlimmsten Fall in mehreren Städten Deutschlands und Europas gleichzeitig und digital gesteuert von mehreren Seiten gewaltbereite Mobilisierung erfahren.“

GdP spricht von „jungen Krawallmigranten“

Das Problem bei den sogenannten Schülerprotesten sind längst nicht die Schüler. „Gen Z regelt“ grenzt sich sogar offiziell von Gewalt ab. Die potenziellen Krawallmacher sind laut GdP eine Mischung aus mehreren Gruppen. Dazu zählen zum einen Linksextremisten, aber auch islamistische, zum Teil terroristische Gruppen, die durch Angst Macht an sich reißen wollten. Und Leute, die Videos von Steinwürfen auf die Polizei bei TikTok posten wollten. „Das sind junge Krawallmigranten, die Bock auf Gewalt gegen die Polizei haben. Die müssen wir im Zaum halten und die dürfen auch keine Gnade von uns erwarten“, warnt Kopelke. Auch die Pro-Palästina-Szene werde sich voraussichtlich an den Protesten beteiligen.

Gefahr liegt in bekannten Problemstadtteilen

Die Proteste sind für große öffentliche Plätze wie das Brandenburger Tor in Berlin, den Marienplatz in München oder den Rathausplatz in Hamburg angekündigt. Die Gewalt erwartet Kopelke aber abseits – in bekannten Problemstadtteilen. „Die werden nicht das Brandenburger Tor anzünden. Die werden sich auf ihre Stadtteile, wo sie sich auskennen, wo sie von den Dächern auf Polizisten runterschießen und sich verstecken können, konzentrieren.“

Wichtig sei jetzt, im Vorfeld zu klären, wie viele Personen die Krawallmacher tatsächlich in welchen Städten mobilisieren. Zu klären sei: Wie viele Polizeikräfte werden gebraucht? Wo müssen Wasserwerfer, Hunde und Pferde eingesetzt werden? Welche Gebäude müssen besonders geschützt werden? In Frankreich wurden insbesondere jüdische Einrichtungen zum Ziel von Attacken.

„Wollen Städte in Schutt und Asche legen“

Für die Polizei ist genau das die große Herausforderung: Während sich die Beamten etwa in Berlin auf mögliche Krawalle vorbereiten, könnte die Lage plötzlich andernorts eskalieren. „Die Unberechenbarkeit ist der große Unterschied zu Lagen wie Silvester, dem 1. Mai oder einem Fußballspiel. Das ist, was uns in den Sicherheitsbehörden große Sorge bereitet“, sagt Kopelke zu BILD.

Die GdP erhält bereits Nachrichten von besorgten Bürgern – einige haben selbst Migrationshintergrund. „In muslimischen Communitys wird sich in Signal- und Telegram-Gruppen verabredet, die Städte in Schutt und Asche zu legen, Angriffe und Brandstiftung zu begehen. Die Leute sagen: ‚Das macht uns Angst.‘“