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Wiesbaden – Der Preisdruck in Deutschland nimmt kräftig zu! Hersteller verlangten im September 6,7 Prozent mehr für ihre Waren als ein Jahr zuvor. Im August waren es noch 4,6 Prozent. Das meldete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Experten hatten nur 6,2 Prozent erwartet.

Was bedeutet das für unseren Geldbeutel?

Die Erzeugerpreise zeigen, was Hersteller für ihre Waren bekommen, bevor diese im Handel landen. Steigen die Preise bereits bei den Produzenten, kann das später auch an der Ladenkasse ankommen. Unternehmen können höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben.

Größter Preistreiber ist Energie. Auch wegen des Krieges im Nahen Osten verteuerte sie sich innerhalb eines Jahres um 14,9 Prozent. Leichtes Heizöl kostete beim Hersteller sogar 91,8 Prozent mehr, Kraftstoffe 48,6 Prozent! Doch es trifft nicht nur Öl: Metalle verteuerten sich um 14 Prozent, chemische Grundstoffe um 11,3 Prozent. Das belastet etwa Auto- und Maschinenbauer. Sie stehen vor der Wahl: höhere Kosten selbst tragen oder zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben.

Ökonom Alexander Krüger von der Bank Bethmann HAL befürchtet, dass die Preise bei den Herstellern noch stärker steigen könnten. Seine Prognose: „Die Jahresrate dürfte in Richtung zehn Prozent steigen.“ Gemeint sind die Herstellerpreise, nicht die Inflation für Verbraucher. Allerdings warnt Krüger auch vor Folgen für unseren Geldbeutel: „Über kurz oder lang dürfte das auch die Verbraucherpreise anschieben.“

Bundesbank warnt vor weiteren Preissprüngen

Auch die Bundesbank gibt keine Entwarnung: Die hohen Energiekosten könnten weitere Waren und Dienstleistungen nach und nach verteuern. Die Inflation dürfte deshalb bis ins kommende Jahr erhöht bleiben.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten: Lebensmittel kosteten beim Hersteller 4,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Butter gingen die Preise sogar um 34,8 Prozent zurück.