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Rochdale – Die Fahrer von fünf Lamborghinis und einer Mercedes G-Klasse haben auf der Autobahn M66 bei Rochdale (nahe Manchester) für Chaos gesorgt. Die Fahrzeuge waren zunächst mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, wechselten wild die Spuren und ließen die Reifen durchdrehen. Doch dann bremsten die Teilnehmer der Kolonne plötzlich auf rund 27 km/h ab. Autofahrer alarmierten daraufhin die Polizei.

Die Greater Manchester Police (GMP) fand den Konvoi schließlich auf der Autobahn M62. Wie „The Oldham Times“ berichtet, wurden zwei Lamborghinis an einer Ausfahrt gestoppt, die restlichen Fahrzeuge hielt die GMP in Rochdale an. Gegen die Fahrer wurden Verfahren wegen mehrerer Verkehrsdelikte eingeleitet. Chefinspektor Danny Kabal erklärte, rücksichtsloses und gefährliches Fahren werde nicht geduldet.

Die Polizei nannte kein Motiv für das Verhalten der Fahrer. Aus einem früheren Fall in Yorkshire ist jedoch bekannt, dass Supersportwagen dort den Verkehr gezielt ausgebremst hatten, um dann über die leere Fahrbahn brettern zu können. Ein Polizeisprecher bezeichnete dies als höchst gefährlich.

Neue Regel macht Beschlagnahme möglich

Die Polizei konnte die Fahrzeuge dank einer Gesetzesänderung sofort sicherstellen. Nach Section 59 des „Police Reform Act“ darf die britische Polizei seit dem 29. Juni 2026 Autos beschlagnahmen, wenn die Fahrer andere Verkehrsteilnehmer durch rücksichtsloses Fahren beunruhigen oder belästigen. Die Pflicht zur vorherigen Verwarnung wurde gestrichen. Um ein beschlagnahmtes Auto zurückzuerhalten, müssen Fahrer in England 192 Pfund zahlen, zuzüglich 26 Pfund Standgeld pro Tag. Seit dem 22. Juli dürfen nicht abgeholte Fahrzeuge bereits nach sieben statt 14 Tagen verkauft oder verschrottet werden.

In Deutschland verbietet Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung langsames Fahren ohne triftigen Grund. Illegale Autorennen sind nach Paragraf 315d Strafgesetzbuch strafbar und können zur dauerhaften Einziehung des Autos führen. Im Jahr 2025 gab es z.B. in der Hauptstadt Berlin insgesamt 876 Verfahren wegen verbotener Autorennen, im ersten Halbjahr 2026 bereits 476. Laut Ermittlern sitzen oft junge Männer am Steuer gemieteter PS-Boliden.