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Cottbus/Ortrand – In einem Haus eines 2000-Einwohner-Ortes fallen Schüsse – eine Frau und ihr Freund aus Ortrand (Oberspreewald-Lausitz) sind tot. Ein 80-jähriger Mann aus dem Ort steht jetzt unter dem Verdacht, die beiden getötet zu haben. Die schreckliche Tat passierte in der Nacht von Freitag, 24. Juli, auf Samstag, 25. Juli.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Cottbus am Dienstag mit. Aber: Weder gibt es Hinweise auf ein Motiv des Schützen, noch ist klar, in welcher Beziehung Opfer und Täter standen oder gestanden haben könnten. Offen ist auch, ob Dieter K., der die tödlichen Schüsse auf Ute F. (45, Mutter einer fünfjährigen Tochter) und Steffen K. (57) abgefeuert haben soll, schon Angaben zur Tat gemacht hat.

Er liegt nach Angaben der Ermittler weiterhin im Krankenhaus und wird dort behandelt. Er war nach dem Fund der beiden Leichen in einem Nebengebäude auf dem Grundstück blutüberströmt und schwer verletzt gefunden worden. Ob er die Waffe gegen sich selbst gerichtet hat, ist ebenfalls unbekannt.

Der Schütze und die Opfer spielten Darts

Staatsanwältin Stephanie Engler, Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus, sagte auf Anfrage: „Die Ermittlungen stehen wirklich noch am Anfang. Wir können noch keine Angaben zum Tathergang und zum Beziehungsstand zwischen Tatverdächtigem und den Getöteten machen.“

BILD war auf Spurensuche in dem südbrandenburgischen Dorf an der Landesgrenze zu Sachsen und fand heraus: Mit den beiden Opfern war Dieter K. seit Langem bekannt – jeden Freitag traf man sich zum Darts-Spielen in geselliger Runde bei ihrem Nachbarn, einem Steinmetz.

Wie der schwer verletzte Dieter K. wurden auch die Leichen von Ute F. und Steffen K. in dem Nebengebäude, einer Art ausgebauter Remise, gefunden. Der Wagen des mutmaßlichen Schützen parkte vor dem Haus.

In seinem Garten hortete er Schrott und Müll

Staatsanwältin Engler: „In dem Gebäude wurde auch eine Schusswaffe gefunden.“ Möglicherweise ist es in der Nacht zu einem Streit gekommen, um 2.30 Uhr wurde die Polizei gerufen. Nachbarn berichten allerdings, dass Dieter K. ein „ruhiger“ Mensch sei. Sein Haus wurde von der Mordkommission durchsucht und versiegelt.

Nachbarn beschreiben ihn als einen Messi, der wahllos Metallschrott und Müll hortet und nichts wegwirft. In dem Haus hat er allein gelebt, einer seiner beiden Söhne soll gestorben sein. In seinem Garten stehen ans Haus gelehnt noch zwei Krücken. Er sei jeden Tag in Arbeitskleidung unterwegs gewesen.