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Rio de Janeiro (Brasilien) – Es sollte der Höhepunkt eines Rio-Besuchs werden: Ein Hubschrauber-Flug für die gesamte Familie. Jetzt ist die eine Hälfte ausgelöscht. Weil der erste Teil der Gruppe abgestürzt ist, während der zweite im Hangar auf deren Rückkehr wartete, um anschließend selbst in den Helikopter zu steigen. Über das Unglück berichten zahlreiche brasilianische Medien.

Demnach war die sechsköpfige Familie aus Kolumbien angereist, besuchte Verwandte in der schillernden Metropole am Zuckerhut. Über das Internet hatten sie Rundflüge gebucht. Der Hubschrauber – ein Robinson R44 – stieg am Samstag vom Flughafen Jacarepagua auf, gegen 11.15 Uhr Ortszeit ging der Notruf bei der Feuerwehr ein.

Flug war Geburtstagsgeschenk

Rettungskräfte und Militär mussten sich durch unwegsames Gelände im Dschungel kämpfen, bis sie zur Unglücksmaschine kamen. Dort die traurige Gewissheit: Alle vier Insassen waren tot. Bei den Opfern handelt es sich um den Piloten Alessandro Rocha. Außerdem um Rocio Cubillos (†59), Wendy Manrique (†37) und Sofia Murillo (†17) – Oma, Mutter und Tochter.

Die übrigen Familienmitglieder warteten derweil am Flughafen. Weil die Maschine nicht zurückkam, fragten sie, was los sei. Ein Angestellter der Firma VRP behauptete laut dem Sender Globo, es habe eine Notlandung gegeben. Doch aus dem Internet erfuhren Victor Manrique, Daniela Castaneda und Laura Manrique, dass der Hubschrauber abgestürzt war. Der Flug für die ganze Familie war ein Geschenk zum 15. Geburtstag von Laura. Warum der Robinson R44 abgestürzt ist, ist bis jetzt nicht klar. Alessandro Rocha galt als erfahrener Pilot.

Immer mehr Touri-Flüge

Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Aussichtspunkts Vista Chinesa. Der bei Touristen beliebte Pavillon bietet einen weiten Blick über die Stadt und ist auch im Animationsfilm „Rio“ von 2011 zu sehen. In Rio gibt es immer mehr Touristen-Hubschrauber. Im Juni waren bei einer Kollision zweier Hubschrauber sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter der US-Sänger Oliver Tree (†32). Rios Bürgermeister Eduardo Cavaliere forderte die brasilianische Luftfahrtbehörde auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um für mehr Sicherheit zu sorgen.