TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

München – Am Dienstagvormittag erwacht das Oktoberfest wieder zum Leben. Kinder ziehen mit ihren Eltern zu den Karussells, die erste Achterbahn dreht bereits ihre Runden. Doch an einer Attraktion herrscht Stillstand: Der Free-Fall-Turm „Hangover“ bleibt nach dem tödlichen Unfall vom Vorabend geschlossen.

Beamte der Kriminalpolizei sind weiterhin auf der Wiesn in München im Einsatz. Der Bereich vor dem Unglücks-Fahrgeschäft ist inzwischen wieder freigegeben worden. Aber: Wann der „Hangover“ den Betrieb wieder aufnehmen darf, ist derzeit offen. Auch der Betreiber konnte am Vormittag noch keine Angaben dazu machen. Derzeit würden Besprechungen laufen. In einer Mitteilung der Schaustellerfamilie heißt es, dass man die Ermittlungen unterstütze – auch um zu klären, ob es Konsequenzen für den Betrieb des Fahrgeschäfts geben muss.

Bei Polizei, Stadt und Festleitung liefen am Dienstagmorgen Lagebesprechungen. Die Ermittlungen zur Ursache des tödlichen Unfalls auf dem Oktoberfest dauern an. Warum sich der 52-Jährige im Gefahrenbereich des Fahrgeschäfts aufhielt, ist noch völlig unklar. Die Kriminalpolizei hat den Fall übernommen.

Gedämpfte Stimmung bei den Wiesn-Mitarbeitern

Auf dem Festgelände selbst läuft der Betrieb seit 10 Uhr weitgehend nach Plan. Üblicherweise öffnen dann die ersten Fahrgeschäfte. Eine Achterbahn ist bereits in Betrieb, die gegenüber dem „Hangover“ gelegene „Wilde Maus“ stand gegen 10.30 Uhr hingegen noch still. Zu dieser Zeit sind schon viele Kinder auf dem Gelände unterwegs. Unter den Besuchern wirkt die Stimmung fröhlich. Womöglich wissen viele von ihnen noch nicht, dass wenige Stunden zuvor beim Oktoberfest ein Mensch ums Leben gekommen ist.

Bei den Wiesn-Mitarbeitern zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Beschäftigte an den Kassen wirken bestürzt. Sie sprechen leise miteinander, niemand lacht. Die Betroffenheit unter den Mitarbeitern sei nach dem Tod ihres Kollegen groß, so der Betreiber. Wiesn-Chef Christian Scharpf äußerte sich laut BR24 erschüttert: „Dieser schreckliche Unfall hat uns ins Bewusstsein gerufen, wie nah Freude und Leid beieinander liegen können.“ Nach Angaben des Senders wurden neun Beschäftigte des Fahrgeschäfts und Augenzeugen von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Mitarbeiter von Gondel getroffen

Der tödliche Unfall hatte sich am Montagabend gegen 21.50 Uhr an dem Free-Fall-Turm ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich der 52-jährige Mitarbeiter während des Betriebs am Boden im Gefahrenbereich, als die Gondel mit hoher Geschwindigkeit rund 80 Meter nach unten donnerte. Der Mann wurde getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Rettungskräfte reanimierten ihn noch auf der Theresienwiese und brachten ihn anschließend in ein Münchner Krankenhaus. Dort erlag der 52-Jährige seinen schweren Verletzungen. Bei dem Opfer handelt es sich nach BILD-Informationen um einen aus Serbien stammenden Sicherheitsmitarbeiter.