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München – Sie überlegte nicht lange, sondern kämpfte um das Leben eines Mannes. Wiesn-Bedienung Daria Aigner (25) reanimierte am Haupteingang der Augustiner-Festhalle einen kollabierten Gast 15 Minuten lang.

Für ihren mutigen Einsatz erhielt sie am Freitag den Wiesn-Courage-Preis 2026. Oberbürgermeister Dominik Krause (36, Grüne) überreichte ihr die Auszeichnung. Die Abendzeitung München berichtet über den Fall.

Der Vorfall ereignete sich an einem Dienstagnachmittag in der ersten Wiesn-Woche. Der 78 Jahre alte Mann sackte in seinem Rollstuhl zusammen und verlor das Bewusstsein. Seine Frau sah, dass es ihm plötzlich schlecht ging. Er hatte keinen spürbaren Herzschlag mehr.

Aigner, eine gelernte medizinische Fachangestellte, reagierte blitzschnell. Mit Unterstützung ihrer Kollegin beförderte sie den Mann auf die Erde und startete die Wiederbelebung. Die Kellnerin drückte 15 Minuten lang, bis der Notarzt da war.

Kolleginnen schirmten Gast vor Gaffern ab

Aigner sagte über ihren Einsatz: „Das klingt nicht lang. Aber wenn man da kniet und drückt, fühlt es sich endlos an. Man wartet nur darauf, dass endlich der Notarzt kommt, und macht weiter. Aufhören kam für mich nicht infrage“ Allein war sie bei der Rettung nicht. Ihre Zwillingsschwester betreute währenddessen die Ehefrau des Mannes. Weiteres Personal hielt Tücher hoch, um den Mann vor Schaulustigen zu schützen.

Die Auszeichnung wird seit 2017 jährlich von Condrobs vergeben. Der Verein unterstützt Menschen mit Suchtproblemen und ehrt Helfer, die auf dem Oktoberfest Zivilcourage zeigen. Als Hauptpreis erhielt Aigner ein Wiesn-Outfit von Angermaier. Nach der Ehrung ermutigte die Retterin andere, Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen: Jeder könne Wiederbelebung lernen.

Tragisch: Trotz ihres heldenhaften Einsatzes starb der Mann kurze Zeit später im Krankenhaus. Aber seine Familie kann sich sicher sein: Diese starke Kellnerin hat wie eine Löwin um sein Leben gekämpft.