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Rostock/Trassenheide – Hier wurden Freundschaften geschlossen, erste Schwärmereien erlebt und unvergessliche Sommer an der Ostsee verbracht. Für viele ehemalige Ferienkinder steckt in diesem Gelände ein Stück DDR-Kindheit.

Jetzt steht das ehemalige Pionierlager Trassenheide auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) wieder zum Verkauf. Gerade einmal vier Jahre nach der letzten Versteigerung soll das Feriendorf erneut den Besitzer wechseln. Am 10. Dezember kommt das Areal unter den Hammer.

19 Bungalows direkt an der Ostsee

Die Anlage liegt nur rund 200 Meter von der Ostsee entfernt, eingebettet in einen dichten Wald. Ringsum stehen Ferienhäuser, Hotels und Restaurants. Dazwischen verstecken sich 19 Bungalows aus den 1960er-Jahren der DDR. Die Häuschen messen 10 bis 15 Quadratmeter. Die Ausstattung ist einfach, die Gebäude wurden in Leichtbauweise errichtet. „Die Bungalows sind innen renoviert“, sagt Matthias Knake (50), Geschäftsführer des Immobilienauktionshauses Deutschland, zu BILD.

Wie viel die Ferienanlage kostet

Schon 2022 war das ehemalige Pionierlager versteigert worden. Nach eigenen Angaben investierte der Käufer anschließend rund 90.000 Euro in die Anlage. Diesmal liegt das Mindestgebot bei 1,49 Millionen Euro.

So groß ist das ehemalige Pionierlager

Zum Komplex gehören noch deutlich mehr Gebäude: ein großes Unterkunftshaus mit rund 100 Betten, Personalunterkünfte, Werkstatt, Sanitärgebäude sowie ein Gemeinschaftshaus mit Speisesaal, Küche und Aufenthaltsräumen. Die Hauptgebäude werden über eine Gastherme beheizt. Die Gemeinschaftsräume wurden Mitte der 1990er-Jahre modernisiert.

Die Immobilie umfasst 10.002 Quadratmeter. „Im nördlichen Bereich des Grundstücks befinden sich auf circa 4000 Quadratmetern drei Baufenster“, so der Auktionator. Daher könne die bebaute Fläche deutlich erweitert werden. Derzeit beträgt die Nutzfläche der Gebäude etwa 1064 Quadratmeter.

Was Sie vor dem Kauf wissen sollten

Was soll nun kommen? Der Bebauungsplan erlaubt auf dem Gelände touristische Unterkünfte mit bis zu 100 Betten. Zuletzt lief das Geschäft mit Klassenfahrten ordentlich. „Bis September wurde das Objekt noch als Ferienanlage voll genutzt“, sagt Matthias Knake. Die jährlichen Einnahmen lagen bei bis zu 170.000 Euro.

Kurios wird es für den künftigen Eigentümer an der Grundstücksgrenze: Dort betreibt der aktuelle Eigentümer einen Getränkeautomaten. Und der soll bleiben. Wer die Anlage bei der Auktion ersteigert, muss ihm dafür auf einer Fläche von rund zwei Quadratmetern ein kostenloses Nutzungsrecht für zehn Jahre einräumen. Eine weitere Herausforderung: In Teilen der Anlage steckt noch Asbest. Die Außenwände der Gruppenunterkünfte bestehen aus Planasbest, mehrere Dächer sind mit Wellasbestplatten gedeckt.