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Berlin – Der Machtkampf in der AfD Nordrhein-Westfalen eskaliert! Jetzt fordert der Vize-Chef der Bundes-Partei, Stefan Möller (51): Sieben Mitglieder des AfD-Landesvorstands sollen bestraft werden – darunter auch Kay Gottschalk (60), der bis zum Bundesparteitag Anfang Juli selbst noch Partei-Vize war.

Möller ist der engste Vertraute von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke (54). Er will am Montag im AfD-Bundesvorstand um Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (51) ein Parteiordnungsverfahren beantragen. Sein Antrag liegt BILD vor.

Demnach soll sich das Parteiordnungsverfahren neben Gottschalk auch gegen den Chef der NRW-AfD, Martin Vincentz (40), richten. Außerdem gegen fünf seiner Vertrauten: den Landesschatzmeister Christian Blex (50) sowie die Bundestagsabgeordneten Sascha Lensing (52), Knuth Meyer-Soltau (61), Markus Matzerath (55) und Denis Pauli (47). Ihnen allen droht eine Abmahnung – schlimmstenfalls der Ausschluss aus der Partei. Möller wirft ihnen einen Verstoß gegen die Schiedsgerichtsordnung vor. Sie sollen bis zum 5. August Stellung nehmen.

Die AfD in NRW ist der größte AfD-Landesverband. Im aktuellen Machtkampf geht es darum, wer künftig mehr Einfluss hat: das gemäßigtere Lager um Landes-Chef Vincentz oder das weiter rechtsstehende Lager um den Landtagsabgeordneten Sven Tritschler (44) und den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (37, Spitzname: „West-Höcke“).

Der Konflikt eskalierte Mitte Juli auf dem Landesparteitag in Marl. Dort wählte die Landes-AfD ihre Kandidaten für die Landtagswahl 2027. Es soll zu Bedrohungen, Beschimpfungen („Arschloch!“) und Rempeleien gekommen sein. Am Ende forderten die Parteichefs Weidel und Chrupalla den Abbruch des Parteitags und die Neuwahl aller Kandidaten.

Aber: Vincentz ging auf Konfrontation! Seine Landes-AfD beantragte am Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes-AfD. Ihr Ziel: Weidel und Chrupalla sollte untersagt werden, sich in den Parteitag einzumischen.

Genau diesen Gang vor Gericht wirft Partei-Vize Möller den sieben Vorstandsmitgliedern jetzt vor:

  • Sie hätten zuerst parteiintern ein Schiedsgericht anrufen müssen, bevor sie vor das Landgericht Düsseldorf zogen. So sehe es die Schiedsgerichtsordnung der AfD vor.
  • Außerdem habe Landes-Chef Vincentz drei Tage später in einer Mail an die Bundes-AfD angekündigt, er werde das Düsseldorfer Verfahren zurückziehen – obwohl er es weiterführte.

Partei-Vize Möller wollte sich auf BILD-Anfrage nicht zu seinem Antrag äußern. Lensing sagte: „Ich sehe den ganzen Sachverhalt äußerst entspannt.“ Die anderen Betroffenen des möglichen Parteiordnungsverfahrens reagierten nicht auf BILD-Anfrage.