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Berlin – Es sind Zahlen, die beschämen: 8725 antisemitische Vorfälle wurden 2025 in Deutschland registriert. Das sind mehr als dreimal so viele wie noch 2022. Seit dem Hamas-Terror gegen Israel am 7. Oktober 2023 ist die Zahl der Vorfälle hierzulande um 215 Prozent gestiegen. Ausgerechnet Deutschland ist damit trauriger Spitzenreiter beim Judenhass.

Auf den zweiten Blick wird die Statistik der J7-Taskforce gegen Antisemitismus sogar noch bedrückender: Deutschland steht nicht nur bei den absoluten Zahlen an der Spitze. Auch gemessen an der Größe der jüdischen Bevölkerung gibt es hier mehr antisemitische Vorfälle als in jedem anderen der untersuchten Länder. Auf 1000 jüdische Einwohner kamen zuletzt fast 70 antisemitische Vorfälle. Zum Vergleich: Australien liegt mit etwa 14 Vorfällen auf Platz zwei, Großbritannien mit knapp 12 auf Platz drei. Es gibt in Deutschland also fünfmal so viele Fälle wie in Australien!

Die J7-Taskforce untersucht die Lage in sieben Ländern mit großen jüdischen Gemeinden: Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und Argentinien. Seit 2021 stieg die Zahl antisemitischer Vorfälle in diesen Ländern insgesamt um 137 Prozent, die Zahl der gewalttätigen Vorfälle um 78 Prozent. 2025 registrierten die sieben Staaten 718 gewalttätige antisemitische Vorfälle. Auf Deutschland entfielen davon allein 182.

Judenhass von Rechts- und Linksextremen

Die Studie zeigt, dass antisemitische Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund in Deutschland von 562 Fällen 2024 auf 807 Fälle 2025 stiegen. Das ist ein Plus von 43,6 Prozent. Gleichzeitig stiegen Fälle aus dem linken, antiimperialistischen Spektrum von 349 auf 501 – ebenfalls plus 43,6 Prozent. 57 Prozent aller Fälle konnten keinem politischen Hintergrund zugeordnet werden.

Klare Worte finden die Autoren auch für die AfD. Deren fortschreitende Radikalisierung und Wahlerfolge stellten eine „ernsthafte und wachsende Bedrohung“ dar. Die Partei nutze soziale Medien erfolgreich zur Verbreitung „völkischer Ideologie“, diene Antisemiten als „sicherer Hafen“ und strebe an, die deutsche Erinnerungskultur zu untergraben.

Die Studie schlägt auch mit Blick auf Deutschlands Universitäten Alarm. Die Autoren schreiben, linker Antizionismus habe sich vielerorts „zu unverhohlenem Antisemitismus“ entwickelt. Sie warnen vor einer „beunruhigenden Normalisierung israelbezogenen Antisemitismus“. Vor allem jüdische Studenten bekämen das zu spüren. Das Umfeld sei für sie „unglaublich feindselig“ geworden. Viele erlebten „Isolation, mangelnde Solidarität und Schweigen ihrer Kommilitonen“.

Bedroht, beleidigt, zusammengeschlagen

Wie der Hass inzwischen auf deutschen Straßen aussieht, zeigt ein Vorfall aus Berlin vor wenigen Tagen: Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde wurde auf dem Weg zur Synagoge bedroht und antisemitisch beschimpft. Einer der Männer zeigte mehrfach den Hitlergruß. Rabbiner Shlomo Afanasev warnt: „Antisemitismus ist keine Erinnerung an die Vergangenheit – er ist eine Realität der Gegenwart.“

Vor wenigen Tagen wurde in Höchberg bei Würzburg ein 65-jähriges Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft schwer verletzt. Nach Angaben der Ermittler soll ein 20 Jahre alter Syrer den Mann wegen eines Israel-Ansteckers angegriffen, zu Boden geschlagen und anschließend weiter auf ihn eingetreten haben.

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