Caracas (Venezuela) – Zwei extreme Erdbeben innerhalb von weniger als einer Minute haben Venezuela erschüttert. In der Hauptstadt Caracas stürzten mehrere Gebäude ein. Die US-Erdbebenwarte USGS rechnet mit 10.000 bis 100.000 Todesopfern. Zunächst gab es ein Beben der Stärke 7,2, dem ein weiteres der Stärke 7,5 folgte. Es handle sich um die weltweit stärksten Erdbeben des laufenden Jahres. Das zweite und stärkere Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern. Es seien massive Zerstörungen zu erwarten.
Die Beben waren auch in der Hauptstadt Caracas zu spüren. In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas. Innenminister Diosdado Cabello (63): „Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun.“ Einige Gebäude seien eingestürzt. Er rief die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei seien alarmiert worden und kümmerten sich mit allen verfügbaren Mitteln um die Lage. Aufnahmen zeigen Rettungskräfte, die bei Einbruch der Dunkelheit in die Trümmer stiegen, während verzweifelte Angehörige nach ihren Familienmitgliedern suchten. In einem Krankenhaus in Caracas stürzten Deckenplatten herab. In den sozialen Medien kursieren zudem unbestätigte Videos von eingestürzten Gebäuden in der Küstenstadt La Guaira sowie schweren Schäden am Hauptflughafen des Landes. Darin versuchen Menschen, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebt und Staubwolken aufsteigen. Das Parlament sagt seine für Donnerstag geplante Sitzung ab.
Angst vor Nachbeben
Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.
Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr Ortszeit (0.04 Uhr deutscher Zeit). Das Epizentrum lag 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten Venezuelas, in 21,9 Kilometern Tiefe. Nur wenige Kilometer weiter nördlich folgte das zweite Erdbeben. Allein in den relativ nahen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen mehr als 400.000 Menschen.