TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Im Rennen um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier (70) als Bundespräsident wurden bereits Altkanzlerin Angela Merkel (72, CDU), Ex-Verfassungsrichter Udo di Fabio (72) und – eher scherzhaft – Bundestrainer Jürgen Klopp (59) genannt. Jetzt ist ein Name plötzlich wieder heiß, der schon Anfang des Jahres gehandelt wurde: Saarlands SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (50) will CSU-Politikerin Ilse Aigner (61) als neue Bundespräsidentin: „Es ist Zeit für eine Frau in Bellevue. Wann, wenn nicht jetzt?“, sagte sie dem „Spiegel“.

Rehlinger kennt Aigner nach eigenen Worten seit Langem und lobte sie in höchsten Tönen: „Sie hat die Ernsthaftigkeit, die Bürgernähe und die Erfahrung, die das Amt braucht.“ Parteichef Lars Klingbeil (48, SPD) hatte Aigner bereits zuvor als „Brückenbauerin“ gewürdigt. Auch Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil (53, SPD) hatte sie als „kluge und verantwortungsbewusste Demokratin“ und geeignete Kandidatin bezeichnet.

Söder stellt sich hinter Parteifreundin

Auch auf ihre eigene Partei kann Aigner wohl bauen. Parteichef Markus Söder (59, CSU) hatte erklärt: „Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung.“ Und CSU-Vize Manfred Weber (54) machte zuletzt Druck: Er fordert eine Einigung innerhalb der Koalition noch vor dem CSU-Parteitag Ende Oktober. Eine offizielle Kandidatur gibt es noch nicht. Besonders die SPD pocht darauf, dass erstmals eine Frau das höchste Amt im Staat bekommt.

Als mögliche Nachfolger Steinmeiers wurden zuletzt aber auch Politiker aus den Reihen der Schwesterpartei CDU genannt – Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) etwa oder Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU), aktuell die protokollarische Nummer zwei im Staat.

Schloss Bellevue wird saniert

Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung. Ihr gehören die 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso viele Vertreter aus den Ländern an. Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Sollte Aigner ihm tatsächlich nachfolgen, müsste sie sich allerdings zunächst einen anderen Amtssitz suchen: Das Schloss Bellevue wird bald für mehrere Jahre saniert und ist dann nicht nutzbar.