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Indonesien – Der gewaltige Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat offenbar die Landkarte verändert. Nur wenige Wochen nach der Eruption Anfang September sind auf Satellitenbildern zwei neue kleine Inseln in unmittelbarer Nähe des Feuerbergs entdeckt worden.

Die eine Formation liegt rund 760 Meter nordwestlich, die andere etwa 495 Meter südöstlich des Vulkans. Experten vermuten einen direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch vom 4. bis 6. September. Damals schleuderte Anak Krakatau riesige Mengen Asche und Lava aus. Die Eruption war so mächtig, dass sich die Küstenlinie sichtbar veränderte. Allein die Vulkaninsel wuchs um rund 33 Hektar.

Das Rätsel um die Inseln

Wie die neuen indonesischen Inseln entstanden sind, ist noch unklar. Eine der wahrscheinlichsten Erklärungen: Lava trat unter Wasser aus und türmte sich so lange auf, bis neues Land aus dem Meer ragte. Möglich ist aber auch, dass Magma entlang neuer Spalten am Meeresboden austrat. Auch riesige Mengen vulkanischer Asche und Gesteinsbrocken könnten sich auf flachen Unterwassergebieten abgelagert haben, bis diese aus dem Meer ragten. Selbst Hangrutschungen kommen als Ursache infrage. Dabei könnten Teile der Vulkanflanken ins Wasser gestürzt sein und neue Landmassen gebildet haben.

Werden sie wieder verschwinden?

Ob die Inseln dauerhaft bleiben, ist völlig offen. Derzeit liegen sie nur knapp über dem Meeresspiegel und werden bereits von Wellen umspült. Bestehen sie überwiegend aus lockerer Asche, könnten Wind und Brandung sie schnell wieder verschwinden lassen. Sind sie dagegen aus massiver Lava aufgebaut, könnten sie dauerhaft Teil Indonesiens werden.

Ein Vulkan mit dunkler Geschichte

Anak Krakatau liegt zwischen Java und Sumatra und zählt zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Sein Ausbruch Anfang September legte zeitweise acht Flughäfen lahm, darunter Indonesiens wichtigstes Luftdrehkreuz in Jakarta. Fast 3000 Flüge waren betroffen, rund 270.000 Reisende mussten Verspätungen oder Ausfälle hinnehmen.

Seine zerstörerische Kraft zeigte sich zuletzt 2018. Damals stürzte ein Teil seiner Flanke ins Meer und löste einen Tsunami aus. Mehr als 400 Menschen verloren dabei ihr Leben.