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Wolfsburg / Delhi – Geht für Volkswagen in der großen Krise jetzt auch noch ein Mega- Geschäft mit Israel verloren? Das israelische Staatsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems wollte eigentlich im kriselnden VW-Werk Osnabrück Komponenten für das Abwehrsystem „Iron Dome“ bauen lassen – doch jetzt plant Rafael nach BILD-Informationen die Einrichtung einer Produktionslinie für die Abfangraketen vom Typ Tamir in Indien.

Hintergrund ist ein brisantes Veto eines VW-Großaktionärs, über das BILD exklusiv berichtete: Der Staatsfonds von Katar, drittgrößter Anteilseigner des deutschen Automobilherstellers, legte seinen Widerspruch gegen den Deal mit Israel zur Nutzung des angeschlagenen VW-Werks ein – obwohl im April schon eine Absichtserklärung mit der israelischen Seite unterzeichnet wurde. Katar war jahrelang einer der wichtigsten Geldgeber der Hamas-Terroristen, die Israel seit Jahrzehnten mit Gewalt überziehen.

Fahrzeug-Produktion in Osnabrück läuft 2027 aus

Ein VW-Sprecher sagte zu BILD, Volkswagen prüfe Perspektiven für den Standort Osnabrück über das Auslaufen der aktuellen Fahrzeugfertigung im Jahr 2027 hinaus. Das Unternehmen führe Gespräche mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie, um nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu entwickeln. In Osnabrück arbeiten derzeit 2300 Beschäftigte für VW.

Ist Indien für Israel strategisch wichtiger als Deutschland?

Für das israelische Staatsunternehmen Rafael ist die Verbesserung der Produktions- und Lieferketten das Ziel. Und da scheint Indien nun die bessere Wahl zu sein. Denn: Iran und die Hisbollah haben während des Krieges Israels Raketenabwehr ins Visier genommen – doch der Iran ist wirtschaftlich stark auf Indien angewiesen: Indien gehört trotz der US-Sanktionen weiterhin zu Irans wichtigsten Wirtschaftspartnern.

Und so erhofft sich Israel vom Handelspartner Indien strategische Vorteile – während es vor katarischen Investoren deutscher Unternehmen zurückschreckt. Über die geplante Übernahme eines israelischen Transportunternehmens durch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd (der katarische Staatsfonds hält 12,3 Prozent) sagte Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70) der geplante Verkauf schütze „die nationalen Sicherheitsinteressen Israels, insbesondere in Notfällen, nicht“.

Indien wäre das erste asiatische Land außerhalb Israels, das Iron-Dome-Raketen produziert. Rafael hat die Produktion in den letzten Jahren in die USA ausgeweitet. Im US-Bundesstaat Arkansas eröffnete Rafael 2024 gemeinsam mit dem US-Unternehmen Raytheon ein Werk zur Herstellung von Tamir-Raketen – in Deutschland bleibt die Produktion wohl aus.