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Singen (Baden-Württemberg) – Selbst eine Ladung Pfefferspray hielt den Mann nicht auf. Spektakuläre Flucht eines Autofahrers vor der Polizei: In Singen eskalierte ein Einsatz nach einem Verkehrsunfall. Ein Video, das derzeit im Internet kursiert, zeigt, wie ein Polizeibeamter einem Mercedesfahrer durch die geöffnete Fahrertür Pfefferspray ins Gesicht sprüht. Plötzlich legt der Mann hinter dem Steuer den Rückwärtsgang ein, fährt los, der Polizist kommt zu Fall. Mit geöffnetem Kofferraum brettert der Mann davon.

Auf BILD-Anfrage bestätigte das Polizeipräsidium Konstanz den Vorfall sowie das entsprechende Video. Das war passiert: Laut Polizei hatte der 44-jährige Fahrer am Sonntagabend gegen 18.45 Uhr in der Georg-Fischer-Straße in Singen (Baden-Württemberg) zunächst einen Unfall gebaut. Als er Richtung Rielasinger Straße unterwegs war, soll er an der Kreuzung zur Worblinger Straße einem vorausfahrenden Seat aufgefahren sein – „mutmaßlich mit Absicht“ und „vermutlich in einem psychischen Ausnahmezustand“, wie die Polizei mitteilte.

Fahrer beschleunigt plötzlich Wagen

Weiter heißt es: „Während der anschließenden Unfallaufnahme zeigte sich der 44-Jährige aggressiv, unkooperativ und widersetzte sich vehement den Anweisungen der Polizisten.“ Daraufhin hätten die Beamten das Pfefferspray gezückt. Davon unbeirrt, legte der Mann den Rückwärtsgang ein und beschleunigte seinen Wagen. „Dabei stieß er mit der geöffneten Fahrertür einen am Auto stehenden Beamten um und flüchtete von der Unfallstelle“, so die Polizei.

Eine Verfolgung des Mercedesfahrers brach die Polizei „zur Verhinderung weiterer Gefährdung“ ab. Beamte der Grenzwacht nahmen ihn schließlich in der Schweiz vorläufig fest. Er wurde in eine Psychiatrie gebracht.

User diskutieren über Video

Das Video sorgt in den sozialen Medien für geteilte Meinungen: Einige halten die Menge des versprühten Pfeffersprays für übertrieben und unangemessen. Andere loben die Polizei. Und wieder andere machen sich lustig („Pfefferspray war abgelaufen“).

Die Polizei stellt klar: „Bei solchen Einsatzvideos in sozialen Medien ist es entscheidend, den Kontext zu kennen. Einzelne Ausschnitte zeigen nur Teilaspekte des Geschehens und können schnell ein verzerrtes Gesamtbild vermitteln.“

Polizist „nicht schwerer verletzt“

Dem Polizisten soll es gut gehen, er sei „nicht schwerer verletzt“, so eine Pressesprecherin zu BILD. Die Ermittlungen gegen den Autofahrer laufen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte.