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Crans-Montana (Schweiz) – Nach der Inhaftierung des Schweizer Todesbar-Betreibers Jacques Moretti (50) wegen häuslicher Gewalt sind neue Details des mutmaßlichen Übergriffs auf seine Ehefrau Jessica (40) bekannt gewor­den: Laut „Corriere della Sera“ erlitt sie schwere Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Auf eine Anzeige gegen ihren Mann soll sie aber bisher ver­zichtet haben. Gegen beide er­mittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Infernos in ihrer Bar „Le Constellation“ an Silvester in Crans-Montana mit 41 Toten und 115 teils Schwerverletzten.

Die Anwälte des Paares hatten gegenüber BILD „Vorfälle im Privat­haus der Familie Moretti“ bestätigt. Inzwischen soll Jessica Moretti wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden sein. Nachbarn hatten laut „Corriere della Sera“ am 12. August den Notruf gewählt, nachdem sie laute Schreie aus dem Anwesen der Morettis ge­hört hatten. Die Behörden lehnten einen Kommentar ab. „Wir kommunizieren generell nicht über Fälle häuslicher Ge­walt“, sagte Generalstaatsan­wältin Beatrice Pilloud der Nachrichtenagentur SDA-Key­stone.

Morettis könnten sich nun gegenseitig belasten

Die Ermittler blicken nun gespannt auf die nächste gemeinsame Vernehmung im November. Bisher wirkten die Aussagen des Paares aufeinander abgestimmt – nach der Auseinander­setzung in ihrer Villa in Lens könnten sie sich nun gegensei­tig belasten. Dabei geht es u.a. um die Notausgänge, die zu­lässige Höchstzahl an Gästen im „Le Constellation“ und das Ritual, Champagnerflaschen mit Fontänen durch die Bar zu tragen.

Falsche Quittung vorgelegt

Am 1. Januar kurz nach Mitter­nacht hatte sich durch die Fun­ken einer solchen Champag­nerflasche, die eine Kellnerin auf den Schultern eines Kolle­gen durch die Bar trug, die Schaumstoffdecke entzündet. Für viele Gäste gab es im dich­ten Rauch kein Entkommen mehr aus dem Keller. Inzwi­schen wurde gegen Jessica Moretti ein weiteres Ermitt­lungsverfahren wegen Urkun­denfälschung eröffnet. Sie hatte offenbar falsche Angaben dazu gemacht, woher die entflammbare Deckenverkleidung stammt – das wurde später widerlegt.

Insgesamt ermittelt die Schwei­zer Justiz gegen 16 Personen wegen Fahrlässig­keiten und Versäumnissen beim Brand­schutz.