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Werl – Erst die bittere Pleite, dann gibt es plötzlich wieder Hoffnung für die deutsche Schoko-Marke! Beim insolventen Pralinen-Hersteller DreiMeister in Werl (NRW) gingen im Sommer die Lichter aus. Alle 101 verbliebenen Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Doch während der Standort Geschichte ist, bekommt DreiMeister jetzt eine zweite Chance.

Lange hatte die traditionsreiche Schokoladenmanufaktur ums Überleben gekämpft. Aber für den deutschen Pralinen-Hersteller fand sich kein Investor. „Trotz intensiver Bemühungen hat niemand ein konkret umsetzbares Angebot für einen Einstieg oder die Übernahme des Unternehmens abgegeben“, sagte Insolvenzverwalter Michael Schütte Anfang Juli zu BILD.

Wer den Pralinen-Hersteller gekauft hat

Nun folgt der überraschende Neustart: Der belgische Unternehmer Jo Ballet hat sich die Markenrechte und Maschinen von DreiMeister gesichert. Ballet ist ein Manager aus der Lebensmittel- bzw. Süßwarenbranche. Er war seit 2017 Manager beim belgischen Traditions-Kekshersteller Jules Destrooper.

Wie es für die Schoko-Marke weitergeht

Die Anlagen in Werl in Nordrhein-Westfalen sollen demontiert und nach Waregem in Belgien gebracht werden, berichtet der Soester Anzeiger. Ab Ende Oktober sollen bis zu 30 Lkw nach Belgien rollen. Dort hat Ballet in diesem Jahr das Unternehmen „Belgian Chocolate Studio“ gegründet. Er plant, eine neue Fertigungsstelle für Schokoladen-Spezialitäten aufzubauen.

So kam es zur Insolvenz des Unternehmens

Damit überlebt zumindest der Name DreiMeister. Der Grundstein für den Produzenten von feinsten Pralinen und Schokolade wurde bereits in den 50er Jahren durch die Eröffnung des Cafés Schröder in Werl gelegt. 1973 gründete Hans Schröder dann die Firma DreiMeister Spezialitäten. Erst im Mai hatte DreiMeister Insolvenz angemeldet. Zu den Gründen für die wirtschaftlichen Probleme zählten massiv gestiegene Rohstoff- und Energiekosten und Ernteausfälle. Vor allem die hohen Kakaopreise setzen der gesamten Schokoladenbranche zu.

Wann die Produktion starten soll

Am Schicksal der Beschäftigten ändert der Neustart in Belgien nichts. Bei einer Betriebsversammlung am 1. Juli erhielten die verbliebenen Mitarbeiter ihre Kündigungen. Laut dem Soester Anzeiger soll die Produktion in Belgien im Januar starten.