TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Das Land Berlin steht nach dem schweren Cyberangriff auf sein Behördennetz offenbar auch vor einem Erpressungsfall. Nach Informationen des RBB ist beim Land eine Lösegeldforderung eingegangen.

Demnach ist für Freitagvormittag ein Treffen von Vertretern der Senatskanzlei, der betroffenen Verwaltungen sowie mehrerer Sicherheitsbehörden im Roten Rathaus in Berlin angesetzt. Eingeladen waren Fachleute des Cyberabwehrzentrums, des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), des Landes- und Bundeskriminalamts sowie des Verfassungsschutzes.

Hacker schöpften Behörden-Daten ab

Denn: Der Angriff ist offenbar deutlich gravierender als zunächst angenommen. Wie eine Sprecherin des Senats auf dpa-Anfrage mitteilte, flossen nach bisherigen Erkenntnissen bereits zwischen dem 7. und 12. August Daten ab. Wann die Täter erstmals in das Netz eindrangen, ist weiter offen.

Entdeckt wurde die Attacke erst am 14. August. Daraufhin wurden die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom Landesnetz getrennt. In seiner ersten offiziellen Mitteilung vom 17. August hatte der Senat lediglich von einer „Inkriminierung“ des Landesnetzes gesprochen. Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und BSI seien eingeschaltet, konkrete Angaben zu Ausmaß und Hintergründen aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich.

Auch personenbezogene Daten betroffen?

Auch die Angaben zum Datenabfluss änderten sich. Digitalstaatssekretär Florian Hauer hatte am Montag noch erklärt, nach seinem Kenntnisstand seien keine sensiblen personenbezogenen Daten und keine Informationen mit Bezug zu kritischer Infrastruktur betroffen. Am Mittwoch teilte die Senatskanzlei dagegen mit, dass auch personenbezogene oder andere nicht öffentliche Daten betroffen sein könnten. Welche Informationen konkret gestohlen wurden und wie viele Menschen betroffen sein könnten, ist weiterhin unbekannt.

Lösegeldsumme unbekannt

Auch, wie hoch die verlangte Summe ist und womit die Erpresser drohen, wurde zunächst nicht bekannt. Unklar ist zudem, ob hinter der Forderung tatsächlich dieselben Hacker stecken, die in das Berliner Landesnetz eingedrungen sind. Eine US-Spezialfirma untersucht nach rbb-Angaben derzeit das Berliner Landesnetz. Die technische Aufarbeitung könne mehrere Monate dauern.