Berlin – Die Kopfwäsche von ganz oben gab es gratis: Nach einem provokanten Video von der US-Grenze zu Mexiko hat sich nach BILD‑Informationen die Bundesregierung ihren Mann für die USA und Kanada vorgeknöpft! Metin Hakverdi (57, SPD), Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung im Außenministerium, hatte sich, wie BILD berichtete, auf einer USA‑Reise in die inneren Angelegenheiten der USA eingemischt – ausgerechnet noch in die Migrationsdebatte. Der soll Brücken bauen. Offiziell äußern wollte sich das Außenministerium nicht. Bemerkenswert deutlich schon die Begründung: „Die Bundesregierung nehme zu innenpolitischen Fragen der Grenzsicherung keine Stellung.“ Heißt: Das ist Angelegenheit der USA – das hätte auch ihr Mann für die USA wissen müssen.
Und weiter hieß es: „Das beschriebene Video ist keine öffentliche Äußerung der Bundesregierung. Es wurde weder über offizielle Kanäle des Auswärtigen Amts noch seiner Auslandsvertretungen weiterverbreitet.“ Blöd nur: Hakverdi führt in seinem Instagram-Profil seinen offiziellen Titel.
Soweit der offizielle Teil. Hinter den Kulissen soll es aber mächtig gerappelt haben. BILD weiß: Der Transatlantikkoordinator wurde auf seine Aufgabenbeschreibung hingewiesen. Sein Video war auch Thema bei Außenminister Johannes Wadephul (63, CDU) in den USA! Hakverdi wurde verdeutlicht, dass jeder bei öffentlichen Äußerungen in Ausübung einer offiziellen Tätigkeit stets die Gesamtwirkung im Blick zu behalten habe. Klingt nach Bewährung für Hakverdi!
Der hatte sich, wie berichtet, auf einem dienstlichen USA-Trip vor den Grenzzaun von Texas zu Mexiko gestellt, um in einem Stammel-Video gegen US-Präsident Donald Trump (80) auszuteilen. Hakverdi bescheinigt den USA intern mal eben eine „hysterische nationale Debatte über Einwanderung und Migration“. Weiter: „Und natürlich: Der Präsident treibt die auf die Spitze.“ Rumms! Wie soll sich sein Außenminister jetzt noch gegen Trumps AfD-Lob verwahren?
Unser Mann für die Beziehungen über den großen Teich hinweg weiß auch das zu berichten: Dort vor Ort sehe man das alles ganz anders und „differenziert“ und „im historischen Kontext“ – schließlich gebe es ja dort „seit Jahrhunderten“ Migration. Hakverdi: „Hier haben die Leute nicht so einen Schaum vorm Mund.“ Gemeint: wie Trump.
Aus der Bundesregierung hieß es gegenüber BILD, das sei komplett daneben. Grund: „Wir müssen alle wie auf rohen Eiern mit den USA umgehen. Wir sind auf die USA, die unser Partner sind, angewiesen, da geht so was gar nicht.“
CDU-Außenpolitiker Peter Beyer (56), einer der Amtsvorgänger Hakverdis und im Bundestag zuständig für die USA, hatte gegenüber BILD diplomatisch Kritik geäußert: „Es ist gut, sich vor Ort ein Bild zu machen. Aber so ist es eher nicht hilfreich.“ Andere Außenpolitikexperten der Koalition sprechen angesichts von Form und Inhalt von einem „Fremdschäm-Video“.