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Hechingen – Der CDU-Politiker Thomas Bareiß (51) hat nach einem Autounfall in Baden-Württemberg in einer persönlichen Erklärung um Entschuldigung gebeten und eine Auszeit angekündigt. Nach einer Blutanalyse ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn – wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung.

„Ich habe in der vergangenen Zeit Entscheidungen getroffen, die ich sehr bereue und die die an mich zu Recht gestellten Ansprüche nicht erfüllen“, heißt es in der Erklärung, die er über seinen Anwalt verbreiten ließ. Er wolle die sitzungsfreie Zeit des Bundestages für eine Auszeit nutzen und sich intensiv seiner Gesundheit widmen. Er wolle demnach zudem sein Amt als Bezirksvorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern ruhen lassen und nicht zur Wiederwahl antreten.

Zuletzt wurde Bareiß am vergangenen Freitag der Führerschein entzogen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hechingen. Gegen den Politiker läuft zudem seit Freitag ein Ermittlungsverfahren.

Der Vorwurf: Bareiß soll Mitte Juli den schweren Unfall auf der B27 bei Hechingen (Baden-Württemberg) verursacht haben. Bei dem Crash prallte sein Wagen mit einem anderen Auto zusammen. Drei Menschen wurden verletzt, Bareiß selbst erlitt schwere Verletzungen und musste ins Krankenhaus.

Besonders brisant: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergab eine Blutanalyse, dass der CDU-Politiker zum Zeitpunkt des Unfalls unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels gestanden haben soll. Zur Frage, um welche Substanz es sich genau handelt, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Diese habe sich aber in einer „relevanten Menge“ im Blut des Politikers befunden. Nach BILD-Informationen gilt als sicher, dass es sich dabei nicht um ein apothekenübliches Medikament handelt.

Immunität von Bareiß aufgehoben

Gegen Bareiß besteht nun der Anfangsverdacht der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung (§ 315c StGB) sowie der fahrlässigen Körperverletzung (§ 229 StGB). Zudem wurde seine parlamentarische Immunität aufgehoben.

An den Unfall selbst hat Bareiß nach eigenen Angaben keine Erinnerung mehr. In einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ sagte er: „Ich hatte einen großen Schutzengel.“ Außerdem schilderte er: „Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat.“

Der Crash habe ihn tief erschüttert. „Das Leben kann manchmal schneller vorbei sein, als man es für möglich hält.“ Der Unfall habe dazu geführt, „die eine oder andere Priorität im Leben anders zu setzen“.

Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft selbst hat sich Bareiß bislang nicht öffentlich geäußert.