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Aschaffenburg (Bayern) – Fast 42 Jahre nach dem Mord an Krankenschwester Maria Köhler (†19) hat das Landgericht Aschaffenburg ihren Ex-Freund Nazmi G. (67) zu lebenslanger Haft verurteilt. „Er hat sich 40 Jahre Freiheit erschlichen, die er nicht verdient hätte“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh am Montag kurz vor der Urteilsverkündung.

Bis zuletzt hatte der erst vor einem Jahr in der Türkei aufgespürte Angeklagte einen Mord bestritten. „Ich wollte nur meine Sachen abholen, es kam zum Streit mit gegenseitigen Belei­digungen und Schlägen. Im Affekt habe ich ihren Schal zugezogen“, sagte er zum Prozessauftakt. Es sei ohne Absicht passiert, er leide aber seit der Tat unter Gewissensbissen. Er forderte einen Freispruch wegen Verjährung.

Nach den Ermittlungen führte G. nach seiner ersten Einreise nach Deutschland 1978 eine Schein­ehe, um nicht abgeschoben zu werden. Nach der Tren­nung wandte er sich der angehen­den Krankenschwes­ter Maria Köhler zu. Bund­schuh: „Von einer Ehe erhoff­te er sich eine Verlängerung seiner Auf­enthaltserlaubnis.“

„Aktenzeichen XY“ brachte den Durchbruch

Doch Maria verliebte sich in den US-Soldaten John A., machte Schluss mit Nazmi G. Zeugen beobachte­ten am Tattag, dass er Maria und ihren neuen Freund ausspähte und seiner Ex-Freundin vor dem Schwestern­wohnheim auflauerte. Nach dem Mord setzte er sich mit einem One-Way-Ticket nach Istanbul ab. 14 Jahre später kehrte er unter einem falschen Namen nach Aschaffenburg (Bayern) zurück, wurde aber erst nach einer aufsehenerregenden Fahndung über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gefasst.

„Wir hoffen, dass der Prozess uns einen Abschluss ermöglicht“, sagte Marias Schwester Christine P. (68) zu BILD. „Einen Freispruch wegen Verjährung, das wollte ich mir gar nicht vorstellen.“