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Athen – Sie reiste nach Griechenland, um Menschen zu helfen. Jetzt wurde die Schottin Elizabeth R. (38) aus Edinburgh tot in einem Koffer in einem verlassenen Gebäude in Athen gefunden. Was mit der Britin geschah, ist bis heute unklar.

R. war Ende Juni über Zypern nach Griechenland gereist. Freunde in Athen sahen sie zuletzt am 15. Juli. Drei Tage später machte ein Obdachloser im Viertel Kypseli die schockierende Entdeckung: In einem Koffer, der in einem leer stehenden Gebäude lag, befand sich die Leiche der 38-Jährigen.

Rätselhafte Handy-Nachrichten der Toten

Doch je tiefer die Ermittler graben, desto rätselhafter wird der Fall. Denn obwohl die Schottin nach Einschätzung der Behörden bereits tot gewesen sein könnte, verschickte ihr Handy weiter Nachrichten. Freunde und Angehörige erhielten SMS, in denen sie erklärte, sie brauche Zeit für sich und wolle allein sein. Ihr Vater habe sogar bis zum 29. Juli Nachrichten von seiner Tochter erhalten, wie die Daily Mail berichtet.

Für die Ermittler ist das ein alarmierender Hinweis. Sie gehen derzeit davon aus, dass jemand das Telefon der Toten benutzte, um den Eindruck zu erwecken, R. lebe noch. Auffällig: Kurz nachdem ihr Tod öffentlich bekannt geworden war, wurde das Smartphone plötzlich abgeschaltet. Seitdem fehlt jede Spur.

Opfer engagierte sich regelmäßig sozial

Die 38-Jährige war in Griechenland keine Unbekannte. Nach bisherigen Informationen reiste sie seit Jahren regelmäßig dorthin und arbeitete für soziale Organisationen, die sich um Migranten, misshandelte Frauen und andere hilfsbedürftige Menschen kümmerten.

Freunde vermuten, dass ihr Engagement sie auch in die von Obdachlosigkeit geprägten Viertel Athens führte. R. galt als gläubige Christin und soll sich besonders für Menschen am Rand der Gesellschaft eingesetzt haben. Eine Anwohnerin sagte dem griechischen Nachrichtenportal Protothema, sie habe R. wenige Tage vor dessen Tod in der Gegend mit Obdachlosen sprechen sehen.

Hauptverdächtiger ist ein Obdachloser

Im Zentrum der Ermittlungen steht mittlerweile ein Mann namens Markos. Der Obdachlose soll regelmäßig in dem verlassenen Gebäude geschlafen haben, in dem der Koffer entdeckt wurde. Er gilt als aggressiv, alkohol- und drogensüchtig und soll insbesondere Frauen gegenüber bedrohlich aufgetreten sein. Seit dem Leichenfund fehlt jede Spur von ihm. Die Polizei sucht nach dem etwa 40 Jahre alten, kräftig gebauten, tätowierten und schwarzhaarigen Mann.

Polizei versucht, Tage vor ihrem Tod zu rekonstruieren

Auch die letzten bekannten Wege von Elizabeth R. werfen Fragen auf. Freunden hatte sie erzählt, sie werde zu amerikanischen Bekannten in Kypseli ziehen. Doch die Ermittler konnten diese Personen nicht ausfindig machen. Inzwischen wird sogar geprüft, ob diese angeblichen Freunde überhaupt existieren. Möglicherweise wollte R. ihre tatsächlichen Pläne bewusst geheim halten. Gewissheit gibt es jedoch bislang nicht.

Ebenso ungeklärt ist die Todesursache. Die griechische Polizei wartet noch auf das endgültige Obduktionsergebnis. Nach bisherigen Angaben wurden keine sichtbaren Verletzungen, keine Hinweise auf einen Kampf und keine Anzeichen für Strangulation festgestellt.