Culiacán (Mexiko) – Er wollte die Menschen zum Lachen bringen, ihren schweren Alltag mit humorvollen Videos im Netz aufheitern. Doch seiner von Gewalt geprägten Heimat konnte er offenbar nicht entkommen. Der lateinamerikanische TikTok-Influencer César Gastélum (24) ist mitten in einem Livestream auf einer Straße in Mexiko erschossen worden.
Die Szenen, die danach viral gingen, schockierten seine mehr als 600.000 Follower zutiefst. Laut den Sicherheitsbehörden der Stadt Culiacán war es eine gezielte Hinrichtung. Die Täter, bei denen es sich um zwei Männer auf einem Motorrad handelt, sind noch immer auf der Flucht.
Er drehte sich zu den Killern um
„Die Ermittlungen laufen, um die Verantwortlichen festzunehmen und die Hintergründe zu klären“, erklärte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum (64). Die Tat ereignete sich im Bundesstaat Sinaloa – die Wiege einiger der größten Drogenbosse des Landes. Seit dem Ausbruch eines Kartellkrieges 2024 ist die Mordrate hier dramatisch gestiegen.
Und doch lächelte César Gastélum fast täglich in die Kamera, dachte sich immer wieder neue Anekdoten aus. Seine Fans liebten seine Clips, in denen er sich oftmals verkleidete. So wie in seinem letzten Stream: Zum Zeitpunkt des Mordes stand der Influencer zusammen mit zwei anderen Männern als Essenslieferant gekleidet vor einer Fast-Food-Kette. Sie hatten sichtlich Spaß, als plötzlich das Bike angerast kam. Nichtsahnend drehte sich der 24-Jährige um. In den letzten Sekunden ist zu sehen, wie er zu Boden geht, bevor der Livestream abbricht.
Mindestens neun weitere Influencer tot
Das Motiv der flüchtigen Täter ist noch völlig unklar. Laut dem Sicherheitskabinett wird nun geprüft, ob es einen Zusammenhang mit dem Inhalt einiger seiner Beiträge gibt. Darin sei „auf eine Fraktion einer kriminellen Vereinigung angespielt worden“, hieß es in einem Beitrag der Behörde auf X.
Beängstigend: César Gastélum ist nicht der erste Influencer, der in Mexiko umgebracht wurde. Medienberichten zufolge seien neun weitere Internet-Stars zuletzt getötet worden. Im vergangenen Jahr seien aus einem Kleinflugzeug heraus Flugblätter abgeworfen worden, auf denen 25 Menschen beschuldigt wurden, in eine kriminelle Gruppe verwickelt zu sein. Darunter waren auch Influencer, Gastélum allerdings nicht.
Sie sollen Teil eines Geldwäschenetzwerks für die Söhne des in den USA inhaftierten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán gewesen sein. Einige von ihnen wurden später getötet, wie etwa die 23-jährige Valeria Márquez, die ebenfalls während eines Livestreams starb. Ihr Ex-Partner war der Sohn eines verhafteten Drogenbosses.