Barcelona – Es ist der derzeit aufsehenerregendste Kriminalfall Spaniens: der Tod von „Mango“-Gründer Isak Andic (†71). Dessen Sohn Jonathan Andic (45) steht in Verdacht, ihn bei einer Wanderung den Berg hinuntergestoßen zu haben. Jetzt wird ein Mitschnitt des Notrufs publik, den Andic nach dem Sturz absetzte.
„Ich brauche Hilfe, mein Vater ist abgestürzt!“, ist Jonathan Andic schluchzend auf der Audiospur zu hören, die zuerst Catalunya Ràdio veröffentlichte. Weiter sagt er laut einer Übersetzung aus dem Spanischen: „Wir sind in Collbató, er ist in eine Schlucht gefallen. Bitte schicken Sie einen Krankenwagen. Schicken Sie jemanden.“ Andic erklärt der Notrufzentrale, dass sie auf dem Weg zu den Salnitre-Höhlen seien. Als die Mitarbeiterin weitere Fragen stellt, antwortet er laut „El País“: „Mein Vater ist gestürzt, ich kann ihn nicht sehen, er antwortet mir nicht, er ist die Schlucht hinuntergefallen, ich weiß nicht, wo er ist.“
Laut „New York Post“ rief Andic erst acht Minuten nach dem Todessturz den Notruf. Die entscheidende Frage: Hört man hier die Wahrheit oder eine perfekt inszenierte, eiskalte Täuschung?
Isak Andic starb bei Wanderung
Isak Andic war im Dezember 2024 gemeinsam mit seinem Sohn in den Bergen nahe Barcelona unterwegs. Dabei stürzte er rund 150 Meter tief von einer Klippe und starb. Sein Sohn war der einzige Zeuge der Geschehnisse. Zunächst wurde der Vorfall als Unfall eingestuft. Dann ermittelten die Behörden plötzlich wegen Totschlags! Im Mai 2025 wird Jonathan Andic festgenommen. Inzwischen ist er gegen die Zahlung von einer Million Euro wieder auf freiem Fuß. Zusätzlich musste er seinen Pass abgeben und darf Spanien während der Ermittlungen nicht verlassen.
Familie weist Vorwürfe zurück
Vater und Sohn sollen sich laut Medienberichten in den Monaten vor dem Sturz heftige Auseinandersetzungen geliefert haben. Der Junior soll wütend auf den Senior gewesen sein, weil dieser Änderungen an seinem Testament vorgenommen haben soll. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Jonathan Andic gemeinsam mit seinen Schwestern die Führung von Mango. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten. Auch seine Familie stellt sich hinter ihn. „Es gibt keine stichhaltigen Beweise gegen ihn, und es werden auch keine gefunden werden“, erklärte die Familie Andic laut Reuters in einer Mitteilung.
Isak Andic wurde in Istanbul geboren und zog in den 1960er-Jahren nach Katalonien im Nordosten Spaniens. 1984 gründete er Mango und machte das Unternehmen zu einem weltweit bekannten Modekonzern, der als Konkurrent von Zara gilt. Er zählte zu den reichsten Unternehmern Spaniens. Laut „Forbes“ verfügte er über ein Vermögen von 4,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,88 Milliarden Euro).