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Paris (Frankreich) – Greta Thunberg solidarisiert sich mit den Jugendprotesten in Frankreich! Die schwedische Klima-Aktivistin stellte sich am Dienstag an die Seite Tausender Schüler, die in Frankreich seit Tagen gegen marode Schulen, Lehrermangel und überfüllte Klassen protestieren. Vor einer Schule im Pariser Vorort Saint-Denis rief die frühere Klima-Ikone: „Junge Menschen werden nicht gehört. Unsere Zukunft wird uns gestohlen!“

Die ganze Welt verfolge derzeit, was in Frankreich passiere, erklärte Thunberg vor Journalisten. Sie wolle sich solidarisch zeigen mit den wütenden Jugendlichen. Am Paul-Eluard-Gymnasium, das als Zentrum der Protestbewegung gilt, tauchte sie am Morgen mit Palästinensertuch um die Schultern auf. Anwälte bildeten in ihren Roben eine Menschenkette, um die anwesenden Schüler nach zahlreichen Vorwürfen von Polizeigewalt zu schützen.

Die Jugendproteste werden von Gewerkschaften und der linksextremen Oppositionspartei La France Insoumise unterstützt. Am Nachmittag ist ein Demonstrationszug durch Paris geplant sowie weitere Protestmärsche in anderen Städten. „Sie hören uns nicht zu, also gehen wir zu ihnen“, schrieb die Organisation l'Union Étudiante auf der Plattform X.

Proteste führten mehrfach zu Gewalt

Seit Ende September haben sich die Proteste immer mehr ausgeweitet. Schüler blockieren vor Unterrichtsbeginn ihre Schulen, türmen Müllcontainer vor den Eingängen auf und ziehen durch die Innenstädte. Am vergangenen Donnerstag gingen mehr als 70.000 Menschen auf die Straße.

Die Jugendlichen werfen der Regierung von Präsident Emmanuel Macron (48) vor, die Probleme im Bildungssystem zu ignorieren. Ihre Forderung: Zehn Milliarden Euro zusätzlich für Frankreichs Gymnasien. Die Regierung versucht inzwischen gegenzusteuern – und versprach kurzfristig 3000 zusätzliche Vertretungslehrer. Doch die Stimmung wird immer aufgeheizter. Bei den Demonstrationen kam es mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden seit Beginn der Proteste mehr als 6800 Menschen festgenommen – darunter überwiegend Minderjährige. Gleichzeitig laufen Ermittlungen wegen Dutzender Vorwürfe gegen Polizisten.

Greta setzt auf neuen Protest-Pakt

Thunberg hofft nun offenbar auf eine breitere Protestfront. Medienvertretern vor Ort sagte sie, die Proteste zeigten, dass soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit Hand in Hand gingen. „Diese Generation ist aufgewachsen mit einer Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit angesichts der Zukunft, die uns genommen wird“, erklärte Thunberg. Dass nicht einmal das Nötigste in die Bildung investiert werde, sei ein Schlag ins Gesicht für junge Menschen.

Für Macron kommt die neue Protestwelle zur Unzeit. Während Frankreich über die Nachfolge des Präsidenten diskutiert, wächst auf den Straßen der Druck – und mit Thunberg bekommt er ein prominentes Gesicht.