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Nepal – Nach schweren Überschwemmungen im Himalaja-Staat Nepal werden mindestens 384 Reisende vermisst. Unter den Vermissten in der Grenzregion zu Tibet seien 291 Ausländer unter anderem aus Deutschland, den USA und Spanien. Das teilte die Tourismusbehörde am Mittwoch mit. Mindestens 31 Menschen überlebten die Naturkatastrophe nicht.

Siedlungen weggespült, Kraftwerke beschädigt

Die Wassermassen rollten am frühen Mittwochmorgen durch das Rasuwa-Tal in Zentralnepal. Starker Regen und der Abfluss aus einem Gletschersee auf tibetischer Seite hatten den Fluss Bhotekoshi anschwellen lassen. Schlamm, Geröll und Wasser bahnten sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Schluchten, lösten verheerende Erdrutsche aus. Wie lokale Medien berichten, wurden mehrere Siedlungen einfach weggespült. Außerdem beschädigten die Wassermassen zwei Kraftwerke und mehrere Brücken. Lehrer Suman Chalise (34) aus dem nepalesischen Bezirk Nuwakot sagte einer Nachrichtenagentur: „Ich habe gesehen, wie die Fluten acht oder neun Lastwagen mit sich rissen, außerdem Häuser und Menschen. Es war absolut entsetzlich.“ Bis zum Nachmittag vermeldeten die Behörden acht Tote. Hunderte Menschen werden noch vermisst.

Auch Deutsche vermisst

Nach offiziellen Angaben befinden sich unter den Vermissten 384 Touristen und Trekkingteilnehmer, 291 von ihnen sind ausländische Staatsangehörige und 93 nepalesische Staatsbürger. Wie der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board der Deutschen Presse-Agentur in Kathmandu sagte, sollen sich auch Deutsche unter den Vermissten befinden. Eine Zahl nannte er nicht. Konkreter sind die Angaben bei anderen Nationalitäten. Vermisst werden unter anderen 105 Touristen aus Indien, 12 aus Großbritannien, drei aus den USA und vier aus Südafrika. Das Gebiet ist bei Urlaubern beliebt wegen des spektakulären Himalaja-Panoramas. Die Regierung erklärte den betroffenen Landstrich für vorerst drei Monate zum Katastrophengebiet. Die nepalesische Armee schickt 14 Hubschrauber, um die Rettungskräfte zu unterstützen und Menschen aus den Überflutungsgebieten zu fliegen.

Am Grenzübergang von Nepal zu China riss die Wasser-Lawine alles mit. Videoaufnahmen zeigen, wie die Menschen in Panik flüchten. Laut Nachrichtenagentur Xinhua gibt es auch dort zahlreiche Opfer und Vermisste. Die Anzahl ist noch unklar.