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Madrid/Berlin – Was macht der neue Migrantenansturm mit Europa – haben wir unsere Außengrenzen noch unter Kontrolle? Und was wird aus den rund 60.000 Menschen aus Marokko, die in kürzester Zeit überwiegend schwimmend die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht haben? Einige der Fragen, die BILD-Vize Paul Ronzheimer (41) in seinem aktuellen Podcast mit Migrationsforscher Gerald Knaus (56) besprochen hat.

Der österreichische Migrationsexperte erklärt, wie er sich eine Lösung der Krise vorstellt, welche Macht die im Netz verbreiteten Bilder aus Ceuta haben und was er von der Politik erwartet. „Diese Art von irregulärer, lebensgefährlicher Migration über die Außengrenzen der EU lässt sich stoppen, wenn es sinnlos ist, diesen Weg zu gehen“, erklärte Knaus. Die Marokkaner hätten wenig bis gar keine Chance auf Asyl, da sie keine Flüchtlinge seien. Wenn das afrikanische Land seine Staatsbürger jetzt schnell zurücknehme, dann werde diese Bewegung auch schnell gestoppt. Für die Zukunft brauche man ein System, in dem allen klar werde, dass es sinnlos ist, es überhaupt zu versuchen. Mindestens 37.500 Migranten sollen bereits freiwillig nach Marokko zurückgekehrt sein.

Was er den vielen Menschen zu sagen hat, die sich an die Flüchtlingskrise von 2015 und ihre Folgen erinnern? „Wenn wir etwas gelernt haben in den letzten zehn Jahren, dann ist es die Macht dieser Bilder und die politische Macht dieser Ängste, auf die man antworten muss. Nicht mit Phrasen, sondern mit Handeln.“ Anders als damals drohe aber kein neuer Flüchtlingsstrom nach Deutschland oder Österreich, denn die Herkunftsländer der Migranten in Spanien tauchen in deutschen Asylstatistiken kaum auf. Knaus: „Aber die Bilder machen Angst.“

Drittstaaten-Abkommen als Lösung

Der Experte hält ab diesem Sommer vier Drittstaaten-Abkommen für sinnvoll: für die spanische Grenze, für Italien, für Griechenland und für die Landgrenze zu Belarus und Russland. Knaus: „Das heißt zu sagen: Wer jetzt nach Spanien, Griechenland, Italien kommt, der wird nach einer kurzen Prüfung für das Asylverfahren in einen sicheren Drittstaat gebracht.“ Allerdings werde aktuell nicht an solchen Abkommen gearbeitet: „Das sollte sich ändern.“

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