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Friedrich Merz zeigt erstaunlich wenig Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Parteifreunden.

Sonst hätte er den in der CDU beliebten Verkehrsminister Patrick Schnieder, eine Galionsfigur des Landesverbands Rheinland-Pfalz, nicht so vom Hof gejagt (Anruf im Urlaub, dann Hängepartie).

Da hat Bremens CDU-Landeschef Heiko Strohmann recht: So ein Umgang erinnert eher an das Vorgehen eines Firmenchefs denn an einen Parteichef, der ja (anders als ein CEO) immer auch von den eigenen Leuten wiedergewählt werden will und muss.

Mit Patrick Schnieders Bruder Gordon, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, hat Merz nun einen mächtigen Gegner mehr. Natürlich muss der Kanzler Minister auswechseln können, wenn er mit deren Leistung nicht zufrieden ist. Aber es kommt dabei auf einen respektvollen Stil an.

Es scheint Merz zu oft am Sensorium zu fehlen, wo das Herz seiner CDU schlägt. Auch die Brisanz des Leihmutter-Kaufs durch Ex-Fraktionschef Jens Spahn unterschätzte er zunächst völlig. Folge: Immer mehr offene Kritik, die Merz noch gefährlich werden kann.

Auf dem Spiel steht die Autorität des Kanzlers – in der Partei und im Volk. In Zeiten der Terrorangst ein besonders wertvolles Gut!