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Berlin – Es ist vollbracht: drei neue Minister ernannt (Warken, Bilger, Linnemann)! Ein alter Minister (Schnieder, mit Handschlag) verabschiedet! Neuer Fraktionschef (Thorsten Frei) mit sehr guten 92 Prozent gewählt.

Trotz aller Unkenrufe: Gestern lief alles viel glatter und harmonischer für Kanzler Friedrich Merz (70, CDU), als viele befürchtet und beschworen hatten. Es war der Tag der Aufsteiger, nicht der Kritiker und Verlierer. Am Mittag: Ernennung der neuen Ressortchefs für Gesundheit (Carsten Linnemann), Verkehr (Steffen Bilger) und Kanzleramt (Nina Warken).

Thorsten Frei mit starkem Wahlergebnis

Am frühen Nachmittag schlug dann die Stunde des neuen Unionsfraktionschefs: Thorsten Frei (52, CDU) wurde mit 170 von 185 Stimmen der Abgeordneten von CDU/CSU in einer Sondersitzung gewählt. Frei löst den infolge der Leihmutter-Affäre gefallenen Jens Spahn (46, CDU) ab – und bekommt doch noch den Job, den er immer wollte. Mit seinem Ergebnis übertraf Frei viele Erwartungen. Sein Vorgänger Spahn erzielte im Frühjahr 86,5 Prozent. Auch Merz erhielt als Fraktionschef nur einmal mehr (98 Prozent 2025).

Befürchteter Denkzettel blieb aus

Im Vorfeld der Wahl war geunkt worden, dass Frei (ein enger Vertrauter des Kanzlers) stellvertretend abgestraft werden könnte. Für das harte Umspringen des Kanzlers mit den Verlierern der Rochade – allen voran dem gefeuerten Verkehrsminister Patrick Schnieder, der von Merz im Urlaub angerufen wurde und die Welt nicht mehr verstand.

In der Aussprache mit der Fraktion erklärte Merz nach BILD-Informationen: Er habe sich den Zeitpunkt für die Rochade nicht selbst ausgesucht. Er bedauere die entstandenen Probleme. Der Kabinettsumbau sei nötig gewesen. Er bitte um Verständnis, und falls es Verletzungen gab, dann wolle man sie jetzt heilen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Junge-Union-Chef Johannes Winkel sprach demnach das Glaubwürdigkeitsproblem der CDU an, vor allem bei Migration und Energie. Die Partei müsse immer den Eindruck erwecken, dass sie ihr Handwerk beherrsche. Zudem gab es offenbar Kritik daran, dass der Osten – insbesondere vor den Wahlen – besser repräsentiert sein müsse.

Gemischte Stimmung bleibt

Zentrale Frage: Wird die Welle der Kritik dem Kanzler sogar die anstehenden Ferien vermiesen? Herrscht Ruhe im Karton? Oder regiert weiter die Faust in der Tasche? Die Stimmung in Berlin ist gemischt. Merz-Opfer Schnieder wurde in seinem Ministerium zum Abschied mit stehenden Ovationen gefeiert. Die respektvolle Geste interpretierten manche als offene Kritik an Merz’ Umgang mit seinen Ministern.

Und auch die neue Kanzleramtschefin Warken gab ein verfängliches Urteil über ihren Vorgänger im Amt ab, den Merz-Vertrauten und neuen Fraktionschef Frei. Man habe sich in ihrem Ministerium manchmal über das Kanzleramt (unter Frei) geärgert. Sie hoffe, dass das nun, unter ihrer Führung, weniger werde ...

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