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Berlin – Fast fünf Jahre ist es her, dass Angela Merkel (71, CDU) Kanzlerin war. Jetzt soll endlich auch ihr Porträt in der Ahnengalerie des Kanzleramts aufgehängt werden. Wie die „Zeit“ berichtet, soll das Gemälde ab Dienstag zunächst im Bode-Museum in Berlin ausgestellt werden, bevor es ins Kanzleramt umzieht. Merkel ließ sich Zeit mit ihrer Wahl des Künstlers, der sie verewigen sollte. 2022 fragte Künstler Jérémie Queyras (28) bei ihr an, ob er sie malen dürfe. Merkel habe gezögert und erst nach einem Treffen im Juni 2025 zugesagt.

Auf ersten Skizzen und Entwürfen kann nun jeder schon einmal einen kleinen Blick auf die Arbeit des Künstlers werfen. Der französisch-deutsch-kanadische Queyras ist für seine Öl- und Porträtmalerei und Performancekunst bekannt. Seine Werke wurden international ausgestellt, darunter in London, Paris, New York, Shanghai, Basel, Barcelona und Wien.

Porträt zieht im Oktober ins Kanzleramt um

Queyras studierte Malerei an der Art Academy London (2019) und erwarb 2023 einen Master of Fine Art in Transdisciplinary New Media am Paris College of Art. Er lebt und arbeitet heute in Berlin. Fotos vom finalen Porträt von Altkanzlerin Angela Merkel wird es bis zur feierlichen Enthüllung im Bode-Museum nicht geben. Laut der „Zeit“ soll Merkel jedoch NICHT ihr Markenzeichen, die „Merkel-Raute“, zeigen, da seien sich Modell und Künstler schnell einig gewesen. Skizzen der ikonischen Handgeste fertigte Queyras dennoch an.

Am Ende entschieden sich Merkel und der Künstler laut „Zeit“ für einen blauen Blazer und eine Bernsteinkette, in der sich die Sonne fängt. Nach der Ausstellung im Bode-Museum soll es frühestens im Oktober ins Kanzleramt einziehen. Gefragt, wie es sich anfühle, demnächst Teil der Ahnengalerie zu sein, sagte Merkel der „Zeit“: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird.“ Doch versuche sie, es mit Gleichmut zu nehmen: „Da häng ich dann eben.“

Bald fehlt nur noch Olaf Scholz

Bislang hängen im Kanzleramt die Porträts von sieben Altkanzlern: von Konrad Adenauer († 91, porträtiert von Hans Jürgen Kallmann) bis Gerhard Schröder (82, gemalt von Jörg Immendorff). Kurios: Von Willy Brandt († 78) gibt es sogar zwei Gemälde. Allerdings wurde das Bild von Georg Meistermann 1985 aus dem Kanzleramt entfernt, weil es „stilistisch nicht in die Galerie“ passte. Seitdem hängt dort das Brandt-Porträt von Oswald Petersen.

Merkels Nachfolger Olaf Scholz (68, SPD) lässt sich mit seinem Porträt ebenfalls noch Zeit. Zuletzt hieß es, ein Auftrag an einen Künstler sei noch nicht vergeben.