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Wie gefährlich werden die kommenden Jahrzehnte? Eine internationale Expertenkommission hat Hunderte mögliche Bedrohungen untersucht und daraus 17 Katastrophen-Risiken herausgefiltert. Zwei davon haben demnach sogar das Potenzial, die Menschheit auszulöschen!

Hinter der Untersuchung steckt die „Lancet Commission on 21st Century Global Threats to Health“. 35 Fachleute aus Bereichen wie Gesundheit, Wirtschaft, Sicherheit und Technologie untersuchten, welche Gefahren uns bis zum Jahr 2100 besonders bedrohen könnten.

Auf der Liste stehen unter anderem Klimawandel, Pandemien, Luftverschmutzung, Antibiotikaresistenzen, Fettleibigkeit, psychische Erkrankungen, soziale Ungleichheit und Kriege. Ausgerechnet zwei Gefahren stufen die Experten als existenzielle Bedrohung ein: einen Atomkrieg mit anschließender nuklearer Hungersnot und den böswilligen Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Die Forscher sagen aber ausdrücklich nicht voraus, dass ein solches Schreckensszenario tatsächlich eintritt. Gerade die Berechnungen zu KI und Atomkrieg seien mit größeren Unsicherheiten verbunden. Anders als bei vielen Krankheiten oder beim Klimawandel können die Forscher hier nicht auf jahrzehntelange Daten zurückgreifen.

So viele Lebensjahre könnten verloren gehen

Auch beim Klimawandel zeigt die Studie, was auf dem Spiel steht. Die Forscher rechnen mit sogenannten verlorenen Lebensjahren. Dabei wird berücksichtigt, wie viel gesunde Lebenszeit durch frühen Tod oder gesundheitliche Beeinträchtigungen verloren geht. Über die gesamte Weltbevölkerung und den Zeitraum bis 2100 zusammengerechnet könnten demnach 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre erhalten bleiben, wenn die Erderwärmung auf rund 1,8 Grad begrenzt würde, statt auf 4,4 Grad zu steigen. Schwerer messbare Folgen wie Dürren oder Vertreibung sind dabei noch nicht mitgerechnet.

Doch die Studie hat auch eine gute Nachricht: Vieles liegt noch in unserer Hand. Kommissionsleiter Christopher J. L. Murray sagt: „Das Bemerkenswerte ist nicht nur das Ausmaß dieser Bedrohungen, sondern auch, dass die Menschheit noch immer die Möglichkeit hat, zu handeln.“ Was die Politik heute entscheide, präge die Gesundheit und das Wohlergehen der kommenden Generation.