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Berlin – Neue Enthüllungen über Abdul Ballout (†21): Der CSD-Attentäter, der am Samstag mit einem Transporter in eine Menschenmenge raste, eine Frau tötete und 29 weitere Menschen verletzte, soll aus einem familiären Umfeld mit Verbindungen ins islamistische Milieu stammen. Nach Angaben libanesischer Ermittler war eine Tante des 21-Jährigen mit einem bekannten Dschihadisten verheiratet. Zwei seiner Cousins schlossen sich später der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) an.

Wie „Die Zeit“ berichtet, soll Ballout laut Unterlagen libanesischer Ermittler bei Nachrichten mit mutmaßlichen IS-Mitgliedern auf zwei Cousins verwiesen haben. Demnach habe er angegeben, von ihnen empfohlen worden zu sein. Einer der beiden soll als Kämpfer des „Islamischen Staats“ im Irak ums Leben gekommen sein, der andere zeitweise im Irak inhaftiert gewesen sein.

Tante mit berüchtigtem Dschihad-Prediger verheiratet

Brisant: Bei den beiden Männern soll es sich laut den Ermittlungsakten um die Söhne der Schwester seines Vaters handeln. Die Tante wiederum war demnach mit Omar Bakri Fustuq verheiratet. Fustuq, besser bekannt unter dem Namen Omar Bakri Muhammad, gilt als eine der bekanntesten Figuren der internationalen Dschihadismus-Szene. Jahrelang soll er von Großbritannien aus junge Männer für islamistische Terrorgruppen angeworben und radikalisiert haben. Die Terroristen vom 11. September verherrlichte er als die „großartigen 19“. Erst 2023 kam er nach einer Haftstrafe im Libanon wieder frei, wie „Die Zeit“ berichtet.

Die Spuren ins IS-Milieu reichen offenbar weit in das familiäre Umfeld von Abdul Ballout hinein. Einer seiner Cousins soll laut dem Medienbericht bereits 2015 als IS-Kämpfer im Irak ums Leben gekommen sein. Ein weiterer Cousin soll entweder bei Kämpfen in Syrien getötet oder später festgenommen worden sein.

WhatsApp-Foto wirft neue Fragen auf

Auch deutsche Sicherheitsbehörden stießen demnach auf Hinweise auf mögliche Verbindungen: So soll Ballout Ende Oktober 2024 ein Foto des verstorbenen Cousins als WhatsApp-Status veröffentlicht haben. Mutmaßlich eine Geste, um den Tod seines Cousins als IS-Kämpfer zu ehren.

Ob der CSD-Terrorist seine Cousins persönlich kannte und wie eng der Kontakt tatsächlich war, ist bislang unklar. Die Ermittlungen zu möglichen Verbindungen in die islamistische Szene dauern an.