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Bietigheim-Bissingen/Garching – Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr greift durch. Bei seiner Tochter BBS Automation sollen weltweit rund 500 Stellen gestrichen werden. Etwa 200 Jobs fallen an den vier deutschen Standorten weg. Der Abbau soll in diesem und im kommenden Jahr erfolgen.

Betroffen sind die Werke in Garching bei München, Hallbergmoos und Sonthofen – alle in Bayern – sowie in Freiberg am Neckar (Baden-Württemberg). Betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen möglichst vermeiden. Ausgeschlossen sind sie aber nicht. Mit dem Sparprogramm will Dürr die Tochter wettbewerbsfähiger und ertragsstärker machen. Ziel: eine jährliche Ersparnis von rund 30 Millionen Euro.

Dürr hatte den Automatisierungsspezialisten Mitte 2023 übernommen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2300 Menschen und macht einen Teil seines Geschäfts mit Produktionsanlagen für die Autoindustrie, insbesondere für E-Autos.

Warum die Jobs abgebaut werden

Die Gründe für den Jobabbau bei der Tochter: die schwache Konjunktur und weniger Bestellungen. Mathias Christen (56), Pressesprecher der Dürr AG, zu BILD: „Die gesamte Branche hatte erwartet, dass sich die Elektromobilität deutlich schneller durchsetzen würde. Aber die Zulieferer und die Auto-Hersteller investieren derzeit weniger in neue Maschinen. Daher müssen wir das Geschäft anders aufstellen.“

Wie es für das Unternehmen weitergeht

Die Folge: Der Konzern konzentriert sich auf neue Wachstumsmärkte, etwa die Medizintechnik. „Das sind etwa Maschinen für die Produktion von Infusionssets“, so der Pressesprecher. Dürr stutzt daher die Wachstumspläne für die Tochter zurück. Statt 800 Millionen Euro Umsatz werden von 2030 an nur noch mehr als 600 Millionen Euro angepeilt. 2025 hatte Dürr bereits den Wegfall von rund 500 Jobs in der Verwaltung angekündigt – davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Der Konzern wurde kleiner, nachdem er die Umwelttechniksparte verkauft hatte.

Was passiert mit den deutschen Werken?

„Die Werke sind nicht ausreichend ausgelastet und nicht profitabel“, so der Pressesprecher. Die Folge: „Wir schauen uns die Standorte an und deren Kompetenzen für einzelne Geschäftsfelder.“ In den Werken in China und Malaysia sollen sogar noch mehr Stellen wegfallen. Die Krise hat viele Maschinenbauer erreicht. Zuletzt hatte die WUTRA Fördertechnik GmbH aus Wurzen nach mehr als 130 Jahren Insolvenz angemeldet. 120 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.