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Sie haben im Jahr 212 fast allen frei geborenen Bewohnern des römischen Reiches das Bürgerrecht verliehen. Eine kluge Reform. Trotzdem sollen Sie ein Scheusal gewesen sein. Als Sie während eines Feldzugs von Pferd gestiegen waren, um sich am Wegesrand zu erleichtern, rammte Ihnen beim Urinieren einer Ihrer Leibwächter eine Lanze in den Leib.

Neulich redeten wir bei einem Essen übers alte Rom.

Der Gastgeber erzählte, dass etwa die Hälfte der 82 römischen Kaiser ermordet wurde, meist von der eigenen Truppe. Es habe aber fast immer unfähige, dumme oder brutale Herrscher erwischt. Die Guten starben eher im Bett.

Rom existierte viele Jahrhunderte. Ganz so schlecht war dieses System also nicht, sagte der Gastgeber.

Ich dachte: In Demokratien wird man unbeliebte Regierungen leichter wieder los, vor allem gewaltfrei.

Auf dem Heimweg fiel mir ein, dass die USA ja auch an der Tötung etlicher Regierungschefs mitgewirkt haben, zuletzt Saddam Hussein (Irak) und im Iran Ajatollah Chamenei.

Der schlaue Fidel Castro aber überlebte mehr als 600 Mordanschläge, unter anderem durch einen mit Bakterien verseuchten Taucheranzug, eine explodierende Zigarre und tödliche Body-Lotion. Castro sagte stolz, er sei Weltrekordhalter in puncto Attentate. Aber Sie, Caracalla, hatten den originellsten Tod.

Schöne Grüße an Nero, Ihr

Harald Martenstein

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