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Nach den schweren Wahlschlappen der CDU prügeln alle auf Bundeskanzler Friedrich Merz (70) ein – nicht aber Deutschlands härtester Talkmaster: Ausgerechnet Markus Lanz (57) brach jetzt eine Lanze für den angeschlagenen Regierungschef. Ausgangspunkt war der neu entflammte Streit um die Rente mit 63.

Lanz erst mit einem vorsichtigen Lob: „Der Kanzler hat einen ehrlichen Satz gesagt: ‚Wir haben auf zu viele Fragen keine Antworten mehr.‘ Das fand ich gut, das einfach mal in der Klarheit zu sagen.“ Danach kam der Talkmaster mit einer eigenen Frage: „Ist es in Ordnung, wie die Politik, wie die eigene Partei, auch die mediale Öffentlichkeit gerade mit Friedrich Merz umgeht? Ist es in Ordnung, so zu tun, als würde es ausreichen, einfach diesen unbeliebten Kanzler irgendwie loszuwerden – und dann sind alle Probleme gelöst?“

„Wir eilen von Pisa-Schock zu Pisa-Schock“

„Ich habe da ein wirkliches Störgefühl“, gestand Lanz. „Ich finde, es ist notwendig, ihn zu kritisieren, wo es ansteht. Aber da ist einer, der soll jetzt reparieren, was in einer sehr langen Kanzlerschaft im Wesentlichen entschieden wurde.“ Und das zählte er dann an den Fingern ab: „Die Folgen eines überhasteten Atomausstiegs. In der Konsequenz Strompreise, die kaum noch einer bezahlen kann. Ein Energiemix, der – obwohl alles so teuer ist – zu den dreckigsten in ganz Europa gehört. Eine Migrationspolitik, die dann irgendwann nicht mehr in der Lage war, die schiere Zahl von Menschen so zu integrieren, dass es wirklich funktioniert. Wir kennen die Situationen an deutschen Schulen, wir eilen von Pisa-Schock zu Pisa-Schock. Das alles ist seit vielen, vielen Jahren so.“

Lanz mit einem Fingerschnippen: „Und da ist jetzt einer im Amt, der soll das mal eben – Zack! – in anderthalb Jahren lösen. Das kann in keiner Welt funktionieren. Das kann auch Hendrik Wüst nicht lösen. Markus Söder würde sagen: ‚Ich kann das‘ – aber ich bezweifle es trotzdem.“

Welche Verantwortung hat die Gesellschaft?

„Ich würde Ihnen in allen Punkten zustimmen“, räumte Journalist Gordon Repinski (49) von „Politico“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) ein. „Wenn nicht Friedrich Merz selber den Eindruck vermittelt hätte, er könne das alles lösen.“ Doch das überzeugte Lanz nur zu einem kleinen Teil. Der Talkmaster lobt die Demut, mit der Merz seine Fehler und die der Regierung eingestehe. Und mahnt eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung an. „Denn da kommt ja nicht ein Kanzler an sein Ende, da kommt ja ein ganzes System an sein Ende!“