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Berlin – Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) zieht die Klage gegen den Entzug seines Doktortitels zurück! In einer Erklärung, die BILD vorliegt, begründet Voigt seinen Entschluss damit, dass er seine ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern seiner Heimat widmen will. Denn: „Ein Rechtsstreit über mehrere Instanzen kann sich über Jahre hinziehen. Er bindet viel Zeit, viel Aufmerksamkeit.“

Voigt betont, dass ihm diese Entscheidung nicht leichtfalle, „weil ich persönlich viel Arbeit in meine Dissertation gesteckt habe. Aber ich möchte mich ohne irgendwelche Abstriche auf das konzentrieren, was vor uns liegt.“

Der September habe einiges verändert: „Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben gezeigt, dass die politische Mitte unter massivem Druck steht. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Thüringer Landtag fordern uns noch stärker. Und die Härte der politischen Auseinandersetzung verlangt vollen Einsatz – und verlangt auch einiges von meiner Familie ab.“ Er brauche einen „freien Kopf“, u.a. für die Aufstellung des nächsten Haushalts.

Monatelanger Streit beendet

Für Voigt endet damit ein monatelanger Streit um seine Dissertation. Die Technische Universität Chemnitz hatte dem CDU-Politiker den Doktortitel wegen aus ihrer Sicht zu vieler Plagiate aberkannt. Voigt war zunächst mit einem Widerspruch gescheitert und anschließend vor das Verwaltungsgericht Chemnitz gezogen. Nun zieht er die Klage zurück, noch bevor das Gericht ein Urteil fällt. Vorteil für ihn: Damit entgeht er auch einer potenziellen weiteren Niederlage.

Zuletzt hatte Voigt selbst von einem „innerlichen Dilemma“ gesprochen. Einerseits wolle er seine wissenschaftliche Arbeit verteidigen, andererseits biete der Fall seinen politischen Gegnern ständig neue Angriffsflächen. Doch damit ist es nach Voigts Entschluss vom Mittwochmittag vorerst vorbei.