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ich bin von ganzem Herzen Weintrinker. Ich stamme aus Rheinhessen, wissen Sie. Da wurde schon zur Einschulung mit Wein angestoßen, Schnaps gab’s erst ab Mittelstufe Gymnasium.

Eine der Spätfolgen davon ist dieser Hang zu übertriebenen Stories.

Sie sind oder besser waren Ökowinzer in der Pfalz. Leider wird bei uns immer weniger Wein getrunken, Anbauflächen werden vielerorts umgewidmet. Aber umgewidmet wozu? Das neue Trendgemüse heißt angeblich Kohl. In Deutschland wird neuerdings ein Getränk namens „Kohla“ gemacht, eine Marke heißt „Ruhrpott Kohla“.

Muss man auswandern?

Sie, Herr Bender, sind leider insolvent. Laut der Zeitung „Rheinpfalz“ war neben der Weinkrise eine der Hauptursachen Ihrer Pleite die Tatsache, dass Sie Ihren Newsletter an die Kunden gegendert haben. Dies löste eine Massenflucht unter Kund*innen aus, die sich durch genau diese Anrede provoziert fühlten.

Der Volksmund sagt: Willst Du den Kontostand verändern, dann beginne mit dem Gendern. Je kleiner das Unternehmen, so laut KI die Faustregel, desto abstoßender wirkt Gendern auf viele Kunden. Auch gendernde Zeitungen machen diese Erfahrung.

Sie sagen, dass Sie sich von einer Praktikantin zur Gendersprache haben überreden lassen. Gendern sei gerechter. Womöglich widerfährt Ihnen also gerade einfach nur Gerechtigkeit.

Beste Grüße

Harald Martenstein

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