TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Nächster Preisschock für Autofahrer! Der Iran-Krieg spitzt sich weiter zu, der Ölpreis steigt über 90 Dollar – und an Deutschlands Tankstellen schießen die Preise wieder hoch. Beim täglichen Zwölf-Uhr-Sprung verteuerten sich Super und E10 am Montag bundesweit um jeweils 18 Cent, Diesel sogar um 19 Cent je Liter. Danach kostete Super im Schnitt 2,340 Euro, E10 2,290 Euro und Diesel 2,320 Euro.

Heißt: Allein durch den Zwölf-Uhr-Sprung zahlten Autofahrer bei 50 Litern für Super neun Euro, für E10 neun Euro und für Diesel 9,50 Euro mehr. Auch im Wochenvergleich geht es deutlich nach oben: Direkt nach dem Zwölf-Uhr-Sprung kostet Super 9,2 Cent mehr als vor einer Woche, E10 9,7 Cent und Diesel sogar 16,3 Cent.

Ölpreis steigt auf mehr als 91 Dollar

Grund für den neuen Preisdruck ist die weitere Eskalation im Nahen Osten. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent stieg in der Nacht zeitweise auf 91,42 Dollar – fast 4 Prozent mehr als zuvor. Seit Anfang Juli verteuerte sich Öl damit um fast 30 Prozent.

Die Sorge wächst, dass der Krieg wichtige Lieferwege und Ölanlagen trifft. Zuletzt wurden in der Straße von Hormus erneut Schiffe angegriffen oder gestoppt. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski zu BILD: „Die Straße von Hornuz ist faktisch wieder geschlossen und wir nähern uns neuen Kipppunkten.“ Bei einer weiteren Eskalation seien auch wieder Ölpreise von mehr als 100 Dollar möglich.

Unser Spritpreis liegt in Trumps Händen

Brzeskis drastisches Urteil: „Das Schicksal deutscher Autofahrer liegt damit wieder einmal in den Händen von Donald Trump, denn nur eine Öffnung der Straße von Hormuz würde die Ölpreise nachhaltig wieder drücken.“ Als zweite Möglichkeit nennt er einen erneuten Tankrabatt der Bundesregierung.

Auch in den USA trifft der Preisschock inzwischen die Autofahrer. Dort stieg der Preis für normales Benzin erstmals seit einem Monat wieder über 4 Dollar je Gallone. Das entspricht umgerechnet rund 92 Cent je Liter – und ist damit immer noch deutlich günstiger als in Deutschland.

Jetzt drohen höhere Preise und Zinsen

Der Öl-Schock könnte bald noch viel mehr verteuern als nur das Tanken. Steigende Energiepreise erhöhen die Kosten für Transporte und Produktion. Dadurch könnten Lebensmittel, Reisen und andere Waren teurer werden. Brzeski hält sogar eine weitere Zinserhöhung der EZB für möglich. Dann würden neue Kredite für Häuser und Autos teurer – und auch Unternehmen müssten mehr für geliehenes Geld zahlen.