Altglietzen (Brandenburg) – Im dichten Nebel durchsuchen Ermittler seit etwa 17 Uhr akribisch den Wald hinter dem Grundstück in der Chausseestraße. Ganz in der Nähe, in einem verlassenen Haus, wurde Lisas (13) Leiche gefunden. Neben ihr lag ein schwerstverletzter Mann. Er steht im Verdacht, das Mädchen getötet zu haben. Doch die neuen Bilder werfen Fragen auf: Welche Rolle spielt der Wald bei Lisas Tod?
Es sind gespenstische Bilder: Dunkelheit, dichter Nebel, eine menschenleere Umgebung. Die Feuerwehr leuchtet auf rund 500 Metern bis zu einem Waldweg immer wieder einzelne Stellen aus. Polizisten und Suchhunde durchkämmen das Gelände. Die Schneise liegt in dem Waldstück, aus dessen Richtung Anwohner Hilferufe gehört haben wollen. Offenbar wissen die Ermittler immer noch nicht, wie Lisa nach Altglietzen gelangte. Der Fundort von Lisas Leiche liegt nahe der polnischen Grenze und ist mehr als 50 Kilometer von Lisas Zuhause in Berlin-Marzahn entfernt.
Die Gegend ist abgelegen, ohne Auto kommt man kaum hierher. Doch der verdächtige Wagen mit Berliner Kennzeichen, den eine Anwohnerin nach eigenen Angaben am Dienstag gesehen hat, ist verschwunden. Suchen die Beamten etwa im Wald nach dem Wagen? Offenbar gibt es im Wald Spuren, die nicht zerstört werden sollen. Ein Polizist zu BILD: „Wir versuchen, zu rekonstruieren, wie das Opfer ins Haus gekommen ist, von vorne oder von hinten.“
Tatverdächtiger in Lebensgefahr
Noch ist vieles offen: Die Ermittler schließen weder einen Mittäter aus, noch ist sicher, ob der bisherige Verdächtige überhaupt der Täter ist. Der aktuell Tatverdächtige liegt in einem kritischen Zustand in einem Krankenhaus. Es ist unklar, ob er überlebt. Er wird von der Polizei bewacht.
Nach BILD-Informationen hatte der Hausbesitzer am Sonntagnachmittag einen Termin zu einer Besichtigung. Als der Mann auf dem Grundstück ankam, entdeckte er eine offene Tür und alarmierte die Polizei. Die Beamten fanden dann das tote Mädchen und den schwerstverletzten Mann vor.
Am Dienstag, dem 3. November, hatte Lisa um 7.17 Uhr die Wohnung ihrer Familie an der Golliner Straße in Berlin-Marzahn verlassen. Um 7.27 Uhr wollte Lisa den Bus 197 Richtung Mahlsdorf/Kaulsdorf nehmen. Die Bushaltestelle am Barnimplatz liegt rund 400 Meter entfernt. Der Bus hält an ihrer Schule an der Sella-Hasse-Straße. Doch dort kam sie nie an.