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Bonn (NRW) – Diese Tochter wird aufwachsen, ohne ihre Mutter wirklich kennengelernt zu haben. Das Mädchen war erst drei Monate alt, als ihre Mama ermordet wurde – auf der Rücksitzbank eines Autos. Und das arme Kind musste die Tat miterleben, es saß direkt daneben in der Babyschale. Der Killer soll der Vater des Mädchens sein. Im Streit soll er seine Frau erwürgt, dann die Leiche zerteilt und damit durch ganz Deutschland gefahren sein. Am Dienstag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Stückel-Killer.

Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, so betritt Asmerom G. (42) den Verhandlungssaal im Landgericht Bonn (Nordrhein-Westfalen). Am ersten Prozesstag wollte sich der Eritreer zu den Vorwürfen nicht äußern. Doch mehrere Indizien belasten den wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraften Flüchtling schwer.

Mord auf dem Rücksitz des Wagens

Am 16. November 2025 soll es zwischen dem Angeklagten und seiner Frau Weghata A. (32) auf dem Rückweg von einem Kirchenbesuch im Auto zu einem Streit gekommen sein. Laut „Bonner Generalanzeiger“ soll Asmerom G. später bei der Polizei ausgesagt haben: Seine Frau habe ihm gesagt, das Mädchen stamme nicht von ihm. An das, was danach geschah, könne er sich angeblich nicht mehr erinnern.

Laut Anklage soll Asmerom G. seine Frau auf einem Parkplatz in Bonn auf der Rückbank erwürgt haben – vor den Augen des Babys, das im Kindersitz saß. Für die Staatsanwaltschaft ist es Mord aus Heimtücke: Weghata A. habe nicht damit rechnen können, dass ihr Mann sie vor den Augen des Kindes angreift.

Baby vor dem Kloster ausgesetzt

Nach der Tat soll der Angeklagte mit der Leiche und dem Baby im Wagen zum 160 km entfernten Kloster des Heiligen Antonius gefahren sein, wo er die Kleine bei nur 2 Grad im Kinderwagen aussetzte. Zum Glück fanden Mönche das Kind nach 40 Minuten. Laut Handydaten soll der Verdächtige anschließend weiter ins rheinland-pfälzische Monreal gefahren sein. Dort habe G. Kopf und Hände vom Leichnam abgetrennt und in Plastiktüten verpackt. Der Torso blieb zurück (man fand ihn Ende November 2025), die abgetrennten Körperteile soll G. auf der A45 abgelegt haben. Der Kopf von Weghata A. wurde erst im April 2026 von Müllsammlern entdeckt.

Nach dem mutmaßlichen Mord floh Asmerom G. zunächst nach Äthiopien. Dort wurde er festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. „Mein Mandant wird jetzt vor allem durch die DNA-Spuren und Handydaten belastet“, sagt Verteidiger Martin Kretschmer zu BILD. „Bis zu seiner Festnahme galt er als perfekt integriert.“

Weghata A. hatte Asmerom G. 2019 in Äthiopien geheiratet und war 2024 durch den Familiennachzug nach Deutschland gekommen. Anwältin Gesine Ickert, die die Tochter und den Vater der Getöteten vertritt, zu BILD: „Die anhaltenden Konflikte mit dem Angeklagten führten dazu, dass sie mit ihrem 2025 geborenen Kind nicht bei dem Ehemann, sondern in einer Flüchtlingsunterkunft lebte. Das Kind ist jetzt sehr gut versorgt und soll sich unter gegebenen Umständen so gut wie möglich entwickeln.“