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„Lage ist katastrophal. Und Besserung ist nicht in Sicht“ – Verband warnt vor Aus von 300.000 Jobs

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Die Krise in der deutschen Metall- und Elektroindustrie könnte in den kommenden Jahren weitere Hunderttausende Arbeitsplätze kosten. In einem Bericht der „Bild“-Zeitung warnt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall vor dem Verlust von bis zu 300.000 Stellen in den kommenden zwei bis drei Jahren. Das entspräche rechnerisch einem Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen pro Monat.

„Angesichts der Unterauslastung sind weitere 300.000 Arbeitsplätze allein in der Metall- und Elektro-Industrie in den nächsten zwei bis drei Jahren bedroht“, zitiert die „Bild“ Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Der damit verbundene zusätzliche Wohlstandsverlust für Deutschland könnte dem Bericht zufolge bei rund 35 Milliarden Euro pro Jahr liegen.

In den vergangenen sieben Jahren hat die Branche nach Angaben Zanders bereits rund 350.000 Stellen verloren. Damit sei ein jährlicher Wertschöpfungsverlust von rund 42 Milliarden Euro verbunden. Derzeit arbeiten noch etwa 3,7 Millionen Menschen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Sollte die Zahl der Beschäftigten um weitere 300.000 sinken, wäre mit rund 3,4 Millionen Beschäftigten der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Als Belastungen für die Unternehmen werden unter anderem die wachsende Konkurrenz aus China, hohe Arbeits- und Energiekosten in Deutschland, Bürokratie sowie die US-Zölle aufgeführt. Die IG Metall macht darüber hinaus Managementfehler, insbesondere in der Automobilindustrie, für die schwierige Lage verantwortlich.

Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch der angekündigte Stellenabbau beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler. Das Unternehmen will in Europa 3460 Arbeitsplätze streichen, davon 2660 in Deutschland. Zudem sollen die Werke in Dortmund und Morbach geschlossen, die Aktivitäten am Standort Berlin eingestellt und der Standort Schwalbach aufgegeben werden.

Tarifstreit belastet die Branche

Parallel dazu läuft die Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und hat zu Warnstreiks aufgerufen.

Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 sowie eine dauerhafte Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 an. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 26 Monaten bis Ende 2028 haben. Die IG Metall bezeichnete das Angebot als unzureichend und faktische „Minusrunde“.

Zander weist die Forderung der Gewerkschaft angesichts der wirtschaftlichen Situation zurück. „Die Lage ist katastrophal. Die Unternehmen kämpfen vielfach um das Überleben, und eine Besserung ist nicht in Sicht“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn sei „unverantwortlich“ und gefährde weitere Arbeitsplätze.