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Washington – In Kanada wüten heftige Waldbrände, Winde tragen die gewaltigen Rauchwolken sogar bis nach New York: Kurz vor dem WM-Finale herrscht Rauchalarm, die Bevölkerung wurde zum Tragen von Masken aufgerufen. Das passt einem so gar nicht: US-Präsident Donald Trump (80). Doch für den Republikaner sind die Waldbrände nicht ein tragisches Naturphänomen, sondern ein Verschulden der Kanadier. Seine Reaktion darauf lautet einmal mehr: neue Zölle für das Nachbarland, den zweitgrößten Handelspartner der USA.

In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er mache Kanada dafür verantwortlich, dass die USA „unnötigerweise von dreckiger, verschmutzter und ungesunder Luft heimgesucht“ würden. Dass der Rauch kanadischer Waldbrände im Sommer über die Grenze ziehe, werde inzwischen zu einem jährlich wiederkehrenden Problem, das auf „grobe Fahrlässigkeit“ zurückzuführen sei, beklagte der Präsident.

Die Lage sei „völlig inakzeptabel“, schrieb Trump. Kanada pflege beziehungsweise bewirtschafte „seine Wälder und das darin befindliche Buschwerk nicht ordnungsgemäß“. Deshalb wolle er den kanadischen Premierminister Mark Carney noch am Freitag anrufen. Dabei will Trump offenbar nicht nur über die Brände und mögliche Maßnahmen zu deren Eindämmung sprechen, sondern Kanada auch finanziell zur Verantwortung ziehen: „Die Kosten dieser Verschmutzung müssen zwangsläufig den Zöllen hinzugerechnet werden, die Kanada derzeit zahlt“, erklärte der US-Präsident. Wie hoch die zusätzlichen Abgaben ausfallen könnten und welche Produkte davon betroffen wären, ließ er offen.

Damit greift Trump erneut zu seinem bevorzugten politischen Druckmittel: Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus setzt der Republikaner immer wieder auf Zölle, um Handelspartner zu Zugeständnissen zu bewegen – ungeachtet der ökonomischen Kosten für die USA.