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Albstadt (Baden-Württemberg) – Jetzt trifft die Krise ein deutsches Traditionsunternehmen: Groz-Beckert streicht an seinem Stammsitz 120 Stellen. Der Spezialist für Maschinennadeln und Präzisionswerkzeuge bekommt die Schwierigkeiten in der internationalen Textilindustrie immer stärker zu spüren. Die Nachfrage schwächelt, der Preisdruck ist hoch, immer mehr Produktion wandert in günstigere Regionen ab.

Das 174 Jahre alte Unternehmen zieht Konsequenzen: Die 120 Jobs sollen im Laufe des kommenden Jahres schrittweise in Albstadt in Baden-Württemberg wegfallen. Bis Ende 2027 soll der Abbau abgeschlossen sein.

Für die Belegschaft ist die bittere Nachricht bereits offiziell: Die Geschäftsführung informierte die Mitarbeiter am 15. Oktober bei einer Betriebsversammlung über die Pläne. Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen, wie der SWR berichtete.

Die Gründe für die Krise

Besonders hart trifft die Krise das Stammgeschäft mit textilen Werkzeugen. Schon seit mehreren Jahren geht es in diesem Bereich wirtschaftlich bergab. Nach Angaben des Unternehmens setzte sich der rückläufige Trend auch 2026 fort. Die Gründe: Preisdruck und schwache Nachfrage. Eine wichtige Rolle spielt dabei China.

Das asiatische Land wird bei der Herstellung und beim Bau von Textilmaschinen immer wichtiger. „Eine nachhaltige Erholung der Nachfrage ist unter diesen Bedingungen nicht absehbar und wirkt sich unmittelbar auf die Auslastung der Produktionskapazitäten aus“, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Deshalb soll jetzt auch der Standort Albstadt umgebaut werden. Das Unternehmen will Produktion und Organisation an den tatsächlichen Bedarf anpassen und Kosten senken.

Konzern beschäftigt weltweit rund 8800 Menschen

Groz-Beckert produziert unter anderem industrielle Maschinennadeln, Präzisionsteile und Feinwerkzeuge. Die Produkte werden beispielsweise beim Stricken, Weben, Nähen und Spinnen eingesetzt. Der Konzern beschäftigte 2025 weltweit rund 8800 Mitarbeiter und machte 799 Millionen Euro Umsatz.

Immer häufiger geraten deutsche Traditionsunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Auch ein 120 Jahre alter Maschinenbauer in Baden-Württemberg streicht an zwei Standorten 120 Jobs. Und bei einem Maschinenbauer im Sauerland (NRW) fallen 90 Arbeitsplätze weg. Eine Textilfabrik in Baden-Württemberg macht für immer dicht. Vorangegangen waren vier Pleiten infolge.