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Eskalieren die GenZ-Proteste an diesem Wochenende in Deutschland? Angesichts mehrerer Demonstrationen und teils gewaltbereiter Aufrufe bereitet sich die Polizei in vielen Städten auf einen Großeinsatz vor. Betreiber von Läden und Boutiquen verrammeln ihre Geschäfte – zu groß ist die Angst, dass sich die Lage wie zuletzt in Frankreich zuspitzt.

Die größten der 35 Kundgebungen unter dem Motto „Gen Z regelt“ werden laut den Sicherheitsbehörden am Samstag in Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und München erwartet. Allein in der Hauptstadt sollen 1500 Beamte zusätzlich eingesetzt werden.

Israel-Hasser bei Protesten in Berlin erwartet

Bei der Demonstration am Brandenburger Tor werden ab 14 Uhr etwa 10.000 junge Menschen erwartet. Die Polizei sieht dabei wenig Konfliktpotenzial, im Gegensatz zur Veranstaltung unter dem Titel „Gen Z hat genug!“, die um 17.30 Uhr am Rosenthaler Platz starten soll. 400 bis 500 Menschen werden erwartet, es könnten laut Polizei allerdings deutlich mehr werden. Demnach ist der Veranstalter dem linken Spektrum zuzuordnen, zudem wird mit Teilnehmern der propalästinensischen Szene gerechnet.

Gewaltbereite Linksextreme wollen nach Frankfurt

Auch in Frankfurt und Mainz wollen ab 14 Uhr Tausende auf die Straße. Die Polizei rechnet in beiden Städten zwar mit einem überwiegend friedlichen Verlauf, nach Angaben des Innenministeriums gibt es jedoch Hinweise darauf, dass rund 80 gewaltbereite Linksextremisten nach Frankfurt anreisen. Am Freitag wurden in der Innenstadt bereits zahlreiche Geschäfte mit Holzplatten verriegelt. Gefahr könne auch von „erlebnisorientierten Jugendlichen“ ausgehen, wie Frankfurts Polizeipräsident erklärte. Die Lage bleibe daher angespannt, die Bevölkerung müsse sich zudem auf „maximale Verkehrsprobleme“ einstellen.

NRW-Innenminister: „Randale werden wir stoppen!“

In Nordrhein-Westfalen sind Polizei, Innenministerium und Verfassungsschutz ebenfalls hoch sensibilisiert: Gut 44.000 Menschen haben sich auf der Aktions-Homepage in elf Städten (u.a. Köln, Düsseldorf, Dortmund) angekündigt, bundesweit sind es mehr als 160.000. Laut den Behörden seien diese Zahlen allerdings nicht verbindlich. Nach BILD-Informationen ist unklar, ob und wie Radikale die Demonstrationen unterwandern. In den sozialen Netzwerken seien bereits Protest-Aufrufe von örtlichen Antifa-Gruppierungen erstellt worden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) warnte eindringlich vor möglichen Ausschreitungen: „Die Bilder aus Frankreich und Italien sind erschreckend. Einzelne Linksextremisten wollen jetzt offenbar auch hier mobilisieren. Wer in Nordrhein-Westfalen Proteste missbraucht, um Hass und Chaos zu organisieren, der wird auf eine Polizei treffen, die robust dagegenhält. Wir werden nicht akzeptieren, dass ein marodierender Mob unsere Städte zerstört. Proteste sind legitim, Randale werden wir stoppen!“

Dafür geht Generation Z auf die Straße

Die Gen-Z-Initiative demonstriert u.a. für mehr Klimaschutz, gegen steigende Lebenshaltungskosten, eine mögliche Wehrpflicht und den Ausbau von Überwachung im öffentlichen Raum. Dabei lehnen die Initiatoren Gewalt ausdrücklich ab. In Frankreich und Italien hatte es bei landesweiten Protesten zuletzt massive Ausschreitungen gegeben. Zur sogenannten Generation Z zählen Menschen, die etwa in den Jahren zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.