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Hamm (NRW) – Für seinen Anschlag hatte er offenbar schon geübt: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Polizei einen Schüler (16) aus Hamm festgenommen. Er soll für die Terrormiliz Islamischer Staat einen Anschlag auf eine Kirche geplant haben. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass ein 15-Jähriger aus Bayern einen Terror-Anschlag auf eine Synagoge geplant hatte.

„Wir ermitteln unter anderem wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gegen den Beschuldigten“, bestätigte Alexandra Wiese, Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. „Es besteht dringender Tatverdacht!“

Nach BILD-Informationen wolle der Jugendliche einen Brandanschlag auf eine unabhängige christliche Gemeinde in Hamm (Nordrhein-Westfalen) verüben. Der Präsident des „Apostolic International Centre“ erfuhr von BILD von den vereitelten Terror-Plänen. Freddy Idehen zu BILD: „Das ist ja furchtbar. Wir können nur dankbar sein, dass die Behörden rechtzeitig eingeschritten sind.“ Bis auf eine eingeworfene Scheibe vor ein paar Jahren habe es rund um die Gemeinde nie Probleme gegeben.

Schüler sollte in Hamm Anschlag für den IS verüben

Der Verdächtige soll bereits im Jahr 2023 begonnen haben, sich islamistisch zu radikalisieren. „Er stand in Kontakt mit einer Person, die dem IS nahesteht“, sagt Oberstaatsanwältin Wiese. Ursprünglich wollte der Schüler ins IS-Gebiet reisen und sich dem bewaffneten Dschihad („Heiliger Krieg“) anschließen. Die Propaganda der Miliz postete er in sozialen Medien. Der Mittelsmann überzeugte den Deutschen offenbar, zunächst in seiner Heimatstadt einen Anschlag zu verüben. Der Jugendliche soll die Kirche schon ausgekundschaftet haben.

Zudem sind die Ermittler überzeugt, dass er bereits geübt und versucht hat, einen Hochsitz mit einer Silvesterrakete anzuzünden. Ein Tipp brachte die Staatsschützer schließlich auf seine Spur. Woher der Hinweis kam, wollte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft nicht sagen. In ähnlichen Fällen haben ausländische Geheimdienste deutsche Behörden alarmiert.

Das passierte nach der Festnahme

Die Festnahme des Schülers erfolgte bereits am 2. April, wurde aber erst jetzt bekannt. Damals durchsuchten die Ermittler auch dessen Wohnung. Der Verdächtige wurde zuletzt aus der Untersuchungshaft in eine Jugendforensik verlegt. Grund sei eine psychiatrische Erkrankung. Ein Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Düsseldorf ordnete die Unterbringung am 23. Juni an. Ob der 16-Jährige für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden kann, stehe bisher nicht fest. Laut Gutachten sei er zumindest eingeschränkt schuldfähig.

Es ist bereits der zweite Fall in kurzer Zeit, dass ein Jugendlicher unter Terrorverdacht festgenommen wurde. Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte erst am 26. Juni 2026 Anklage gegen einen 15-Jährigen erhoben, der einen Sprengstoffanschlag auf eine Synagoge geplant haben soll. Auch er sympathisierte mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“.