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Berlin – Die Schweizer stimmen am heutigen Sonntag darüber ab, ob die Zahl der Einwohner ihres Landes auf zehn Millionen begrenzt werden soll.

Da die Eidgenossenschaft schon heute 9,1 Millionen Einwohner zählt, dürften im Erfolgsfall also nicht mehr viele hinzukommen.

Die Umfragen erwarten eine knappe Entscheidung über die Initiative der rechtsgerichteten SVP, obwohl alle anderen Parteien sowie Gewerkschaften und Arbeitgeber gegen den 10-Millionen-Deckel sind.

Wichtiger als das Ergebnis ist aus meiner Sicht, dass es diese Abstimmung gibt, dass die Schweizer über wichtige Aspekte ihres Lebens selbst entscheiden dürfen – kommunal, kantonal und im Bund. Das ist mit der Hauptgrund dafür, dass die Schweizer mit ihrer Demokratie im globalen Vergleich überdurchschnittlich zufrieden sind, zu 85 Prozent großes Vertrauen in ihre Staatsform haben – weit mehr als in Deutschland!

Auch wir Bürger sind nicht unfehlbar, wie das Brexit-Referendum vor zehn Jahren bewiesen hat. Aber wenn die Bürger auch in unserem Land über wichtige Sachthemen entscheiden dürften, anstatt nur alle vier oder fünf Jahre über die Zusammensetzung der Parlamente, würde die Politikverdrossenheit sicher stark zurückgehen.

Denn über Parteien ärgert man sich häufig ja auch zu Recht. Aber über sich selbst?