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Bedernau (Bayern) – Er lebte ganz im Einklang mit der Natur. Auf seiner abgeschiedenen Farm im Allgäu baute er sein eigenes Obst und Gemüse an, hielt Tiere, erzeugte eigenen Strom, betrieb eine Biogasanlage. Er teilte sein umfassendes Wissen über autarkes Leben mit anderen Menschen und bot durchreisenden Campern einen Stellplatz an. Doch dann wurde Daniel Emminger Opfer eines furchtbaren Verbrechens.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen starb der Naturfreund und Selbstversorger in der Nacht vom 31. März auf den 1. April. Zeugen fanden den 33-Jährigen zwei Tage darauf erschossen auf seinem Hof. Offenbar eine kaltblütige Hinrichtung mit einem großkalibrigen Gewehr.

Opfer bot Öko-Kurse an

Hier, nahe Bedernau im Unterallgäu (Bayern), führte Daniel den Verein „Autarkia-naturnah“, widmete sich mit Herzblut den Themen Autarkie, Selbstversorgung und Spiritualität. Regelmäßig bot er Kurse an, brachte Teilnehmern unter anderem Pflanzenalchemie, Wünschelrutengehen und Gerberei näher, zeigte, wie man eine Wasserpumpe selber baut.

„Unser Verein setzt diese Ideen auf einem idyllisch gelegenen Gehöft im wunderschönen Allgäu in die Praxis um. Hier wirken wir im Einklang mit der Natur, um autark und nachhaltig zu wirtschaften“, heißt es auf der Homepage des kleinen Vereins.

Wurde dem Öko-Guru die Abgeschiedenheit zum Verhängnis? Vier Monate nach der Tat stehen die Ermittler noch immer vor einem Rätsel, der oder die Täter sind nicht gefasst.

Polizei vermutet Hörschaden beim Täter

Der Fall war am Mittwochabend auch Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Dort hieß es, dass die Waffe laut Mordkommission im Inneren des Hauses abgefeuert wurde – offenbar mit einem Riesen-Gewehr. Bei dem verwendeten Kaliber müsse „ein extremer Schalldruckpegel entstanden sein, der deutlich über der menschlichen Schmerzgrenze gelegen haben dürfte“. Der Knall soll lauter gewesen sein als ein startender Düsenjet!

Deswegen möchte die Polizei wissen, wer Personen aus dem Umfeld des Getöteten oder des Tatorts kennt, die über ein legales oder illegales Gewehr verfügen und mit dessen Umgang geübt sind. Außerdem fragen die Ermittler, ob nach der Tat ein Gewehr zum Verkauf angeboten wurde. Und: Ob jemandem eine Person aufgefallen ist, die sich wegen eines Hörschadens in ärztliche Behandlung begeben hat.

5000 Euro Belohnung

Für entscheidende Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, hat das Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgelobt. Auch Beobachtungen von womöglich ortsfremden Personen oder Fahrzeugen im Tatzeitraum können hilfreich sein. Hinweise per Telefon an 08331/100499 oder per E-Mail an pp-sws.memmingen.kpi.soko@polizei.bayern.de.