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München – Die Feuerwehr ist seine Leidenschaft. Deshalb entschied sich Marco M., der Löschtruppe beizutreten. Doch mit der Zeit scheint aus der Leidenschaft eine Obsession geworden zu sein. Denn der 21-Jährige soll absichtlich Feuer gelegt haben, um als Erster am Einsatzort zu sein und löschen zu können. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Nachwuchs-Feuerwehrmann schwere Brandstiftungen vor.

Am Montag begann der Prozess vor dem Amtsgericht gegen das Mitglied der Münchener Jugendfeuerwehr. Mehr als 60.000 Euro Schaden seien laut Staatsanwaltschaft bei den vier angeklagten Fällen entstanden. Ein weiterer Brand wurde nicht weiterverfolgt. Marco M. soll bei den Feuern stets „einer der Ersten am Gerätehaus“ gewesen sein und „wusste auch schon Genaueres zum Meldebild“, erklärte der ermittelnde Kripo-Beamte im Prozess als Zeuge.

Feuerwehrler bei Bränden als „Erster am Gerätehaus“

Viermal soll M. im Jahr 2023 Feuer gelegt haben, um selbst löschen zu können. Er hatte zu der Zeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr in München Prüfungen abgelegt, um an vorderster Front bei Löscharbeiten eingesetzt werden zu können. Zweimal soll er laut Staatsanwaltschaft Bauschutt- und Müllcontainer in der Nähe seines Wohnortes angezündet haben, einmal eine Grünfläche, zuletzt Ende 2023 ein Kellerabteil in seinem eigenen Wohnkomplex im Münchener Süden.

Der Kommandant der örtlichen Feuerwehr hatte Verdacht geschöpft und ihn befragt. Der Auszubildende soll sich dabei in Widersprüche verstrickt haben. Nach dem Kellerbrand im Wohnhaus des 21-Jährigen ging der Feuerwehr-Chef zur Polizei.

Angeklagter googelte nach „Brandstiftung“

Marco M. habe zudem später im Internet nach den Begriffen „Brandstiftung“ und „Strafe“ gesucht. Auffällig sei laut dem Beamten auch, dass nur Bewohner Zugang zum Keller sowie zum Müllhäuschen am Haus gehabt hätten. „Es waren Schlüssel notwendig, um dorthin zu gelangen.“ Beim Brand im Keller brannte ein Abteil komplett aus. Laut dem Polizisten sollen Kartonagen angezündet und in den Holzverschlag geschoben worden sein. Schaden: rund 50.000 Euro.

Zu den Vorwürfen schwieg Marco M. vor Gericht. Seine Verteidigerin Pia Landau erklärte jedoch, dass er eine Ausbildung mache, noch bei seinen Eltern wohne und in seiner Freizeit gerne Videospiele spiele und Lego sammle. Zudem ließ sie bei der Befragung des Kripo-Beamten Kritik durchblicken. Es habe keine offenen Ermittlungsansätze gegeben, der Verdacht habe sich ausschließlich gegen ihren Mandanten gerichtet.

Nachwuchs-Feuerwehrmann Marco M. wurde vom Kommandanten suspendiert. Zwei weitere Verhandlungstage sind angesetzt. Sollte er verurteilt werden, könnten hohe Schadensersatzforderungen auf ihn zukommen.