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Kühlungsborn – Über eine halbe Stunde quälten sie die Ente – mehrfach wurden die Mütter aufgefordert, einzugreifen. Sie taten es nicht. So die Darstellung einer Frau, die am Strand von Kühlungsborn schließlich auch Zeugin wurde, wie mehrere Kinder das Tier töteten. Ein Fall, der in den sozialen Medien für Entsetzen sorgte – und jetzt auch ein Nachspiel für die mutmaßlichen Täter und Untätige hat.

Die Zeugin macht derzeit Urlaub an der Ostsee. Sie sah am Dienstag am Strand im Westen von Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern) die Szenen und filmte sie mit dem Handy. Am Abend informierte sie die lokale Tierschützerin Karin Stüver von „Kuebocats“ (Katzenschutz Kühlungsborn).

Ente starb nach den Steinwürfen

Stüver beschreibt, was passiert sein soll. Demnach hätten mehrere Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren eine Ente mit Steinen beworfen und schikaniert. „Das ging wohl 30 bis 45 Minuten“, sagt die Tierschützerin zu BILD. So lange, bis das Tier vor Ort starb. Unglaublich: Die Mütter sollen daneben gesessen und nicht eingegriffen haben – „obwohl sie von den Badegästen zum Handeln aufgefordert wurden“.

Über ihren „Kuebocats“-Account machte Stüver die grausame Tat publik. Das Posting ging viral, wurde bis Freitagabend mehr als 5000 Mal geteilt und allein bei ihr mehr als 10.000 Mal kommentiert. „Was gibt es nur für abartige Menschen und dementsprechend schlechte Vorbilder für die Kinder?“, heißt es da etwa. Oder: „Einfach abartig, diese Gesellschaft wird immer schlimmer.“ Ein anderer User fragt: „Wie kann man nur so respektlos und ekelhaft sein?“ Und einer findet: „Das darf nicht ungestraft bleiben.“

Tierschützerin erstattete Anzeige bei Polizei

Wird es eventuell auch nicht. Karin Stüver erstattete Anzeige bei der Polizei und ist dank der enormen Aufmerksamkeit guter Dinge, dass tatsächlich ermittelt wird. Zu BILD sagt sie: „Erfahrungsgemäß wird Tierquälerei häufig als Bagatelldelikt abgetan. Da passiert dann viel zu wenig.“

„Aufklärung des Sachverhalts hat bereits begonnen“

Erste Konsequenzen gibt es allerdings schon. Nach Hinweisen, dass es sich bei den Beschuldigten um Gäste der Mutter-Kind-Klinik „Godetied“ handelt, reagierte die Arbeiterwohlfahrt Rostock, Betreiber der Kurklinik an der Ostsee, am Freitag mit einer Stellungnahme. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Tierquälerei und einem respektlosen Umgang gegenüber Tieren. Ein solches Verhalten widerspricht den Werten und dem Selbstverständnis unserer Einrichtungen und wird von uns weder toleriert noch unterstützt. Die Aufklärung des Sachverhalts hat bereits begonnen.“

Zugleich bittet die AWO darum, zwischen dem Verhalten einzelner Personen und der Einrichtung zu unterscheiden. Pauschale Verurteilungen und Beschimpfungen von Mitarbeitenden würden entschieden zurückgewiesen. Auf BILD-Anfrage, ob sich die Mütter zu den Beschuldigungen äußern möchten, gab es am Freitag noch keine Antwort.

Auch die Polizei ermittelt

Auf BILD-Nachfrage erklärte ein Polizeisprecher: „Uns liegt seit Donnerstag eine Online-Anzeige vor. Die Eltern haben sich zwischenzeitlich bei uns gemeldet und aus ihrer Sicht den Sachverhalt geschildert.“ Es werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen die Erziehungsberechtigten ermittelt. Die Kinder sind strafunmündig.

Die Polizei hat Bilder aus den sozialen Medien gesammelt. „Wir bitten dazu auch Zeugen, sich bei uns zu melden, wenn sie an dem Tag Beobachtungen gemacht haben“, so der Sprecher.